Über 10 Prozent

Angaben zu Spritverbrauch weiterhin unrealistisch niedrig

Bei Autos weichen die Angaben der Hersteller zum Spritverbrauch nach Angaben des Auto Clubs Europa (ACE) nach wie vor häufig vom tatsächlichen Verbrauch ab. Dies hätten neue Tests mit Autos unter alltäglichen Verkehrsbedingungen gezeigt, teilte der ACE am Mittwoch in Stuttgart mit.

Benzinpreise© Petra Beerhalter / Fotolia.com

Stuttgart (AFP/red) - Unter 91 getesteten Modellen habe der zusätzliche Benzinverbrauch gegenüber den Angaben der Hersteller bei 55 Fahrzeugen "teils deutlich über der Marke von zehn Prozent" gelegen. Wollten Neuwagenkäufer etwa einen Kaufvertrag anfechten, müsse diese Schwelle laut herrschender Rechtsprechung überschritten werden.

Mehr als der übliche Toleranzkorridor

Der ACE betonte, sein Test erfülle zwar "nicht die herkömmlichen gutachterlichen Bewertungskriterien". Jedoch liefere er Hinweise darauf, dass der Unterschied zwischen Herstellerangaben und tatsächlichem Spritverbrauch "nach Überzeugung eines Gutachters in bestimmten Fällen über den rechtlich fixierten Toleranzkorridor hinaus reichen" könne. Zur Anfechtung eines Kaufvertrages sei in aller Regel das Gutachten eines anerkannten Sachverständigen nötig, der den Mehrverbrauch bestätigen müsse.

Verfahren soll angeblich umgestellt werden

Die EU wolle zwar die seit 1996 geltenden Vorgaben zur Verbrauchsmessung ab dem kommenden Jahr durch neue ersetzen, teilte der ACE mit. Ob dieses Ziel aber eingehalten werden könne, sei offen. Das Verfahren soll demnach umgestellt werden von der bisherigen Messung unter Laborbedingungen auf Rollenprüfständen auf ein Verfahren, dass stärker den tatsächlichen Kraftstoffverbrauch widerspiegelt. Der ACE forderte von Autoherstellern, Kunden bis zu einer Neuregelung der Verbrauchsmessung "ausdrücklich" darauf aufmerksam zu machen, dass der Spritverbrauch höher liegen könne als in der Werbung angegeben.

Quelle: AFP