Nachgefragt

Anbieterwechsel: Großes Sparpotenzial beim Heizstrom

Auch Heizstrom-Kunden sollten sich nach einem alternativen Stromanbieter umsehen, rät die Stiftung Warentest aufgrund einer aktuellen Untersuchung. Denn die Ersparnisse können je nach Wohnort und Heizart bei mehreren Hundert Euro im Jahr liegen. Besonders wer noch nie gewechselt hat, hat ein großes Sparpotenzial.

Heizkosten© Tanja Bagusat / Fotolia.com

Berlin (red) – Verbraucher, die mit einer Nachtspeicherheizung oder einer Wärmepumpe heizen, können wie jeder andere Stromkunde durch einen Wechsel des Tarifs mehrere Hundert Euro im Jahr sparen. Lange Zeit waren diese Tarife an den örtlichen Energieversorger gebunden. Das hat sich geändert, zeigt auch eine Untersuchung der Stiftung Warentest, die bundesweit 1.300 Versorger auf ihre Heizstrom-Preise hin befragt hat.

Nachtspeicherheizung: Bis zu 1001 Euro Ersparnis in Würzburg

Je nach Wohnort und Heizart könnten mit einem Wechsel ganz unterschiedliche Beträge eingespart werden. Jene, die ihren Strom vom Grundversorger beziehen, könnten am meisten von einem Wechsel profitieren. Das trifft auf alle Haushalte zu, die noch nie den Anbieter gewechselt haben. Bisher hätten von den 1,6 Millionen Haushalten, die eine Nachtspeicherheizung nutzen, nur zwei Prozent gewechselt.

Die größtmögliche Einsparung ist mit 1001 Euro bei einer Nachtspeicherheizung für Heizstromkunden mit gemeinsamer Messung von Haushalts- und Heizstrom in Würzburg möglich, so Stiftung Warentest in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Finanztest" (März/ 2015). Für den Vergleich wurde ein Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 4.000 Kilowattstunden (kWh) im Hochtarif und 10.000 kWh im Niedertarif herangezogen. In Bamberg könnten demnach bis zu 795 Euro, in Wiesbaden bis zu 682 Euro und in Kaiserslautern bis zu 685 Euro eingespart werden.

Freie Wahl bei Wärmepumpen mit getrennter Messung

Bei den Wärmepumpen können nur diejenigen ihren Tarif frei wählen, bei denen der Verbrauch getrennt gemessen wird. Der Untersuchung zufolge gibt es nur in 22 Städten Angebote für Eintarifzähler. Für die Wärmepumpen-Tarife wurde ein Musterverbrauch von 7.500 kWh bei getrennter Messung und Einzählertarif gewählt. In Berlin sind beispielsweise bei einem Wechsel Ersparnisse bis zu 367 Euro und in Hannover bis zu 560 Euro im Jahr möglich.

Hintergrund: Heizstrom-Verbrauch ablesen

Für den Wechsel muss man seinen Zählerstand kennen. Beim Heizstrom gibt es verschiedene Zählermodelle, zumeist sind es sogenannte Zwei- oder Doppeltarifzähler. Manchmal gibt es sogar zwei getrennte Stromkästen. Der Hochtarif gilt für den Stromverbrauch am Tag, der günstigere Niedertarif gilt in der Nacht. Für den Wechsel müssen im Regelfall keine Stromzähler getauscht werden und häufig übernimmt der neue Stromanbieter auch die Kündigung des alten Vertrags.

Der Heizstromvergleich von Verivox kann einen schnellen Überblick über mögliche Sparpotenziale geben.