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Analyse: Nachfrage nach Biomasse-Kraftwerken steigt weiter

Die Unternehmensberatung Frost & Sullivan kommt in einer aktuellen Analyse zu dem Ergebnis, dass der Biomasse-Markt in Europa, im Nahen Osten und in Afrika erheblich wachsen wird. Bis zum Jahr 2020 rechnet Frost & Sullivan mit einem Anstieg der installierten Kapazität auf über 60 000 Megawatt.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Laut einer neuen Analyse der Unternehmensberatung Frost & Sullivan ist im Markt für Biomasse-Kraftwerke in der Region EMEA (Europa, Naher Osten und Afrika) mit erheblichen Steigerungen zu rechnen. Im laufenden Jahr werden die Umsätze dank einer Erweiterung der installierten Basis um etwa 1500 Megawatt auf 1,072 Milliarden US-Dollar ansteigen.

Den wichtigsten Wachstumsmotor bildet laut Frost & Sullivan das EU-Weißbuch von 1997, nach dem der Anteil erneuerbarer Energieträger am Energieverbrauch der Europäischen Union im Jahr 2010 mindestens zwölf Prozent betragen soll. Biomasse gilt in diesem Zusammenhang als eine der bedeutendsten Ressourcen. Zusätzliche Impulse für den Biomasse-Sektor gehen vom Europäischen Programm für Klimaänderungen (ECCP) aus. Hier wird die Bedeutung der Landwirtschaft als Lieferant erneuerbarer Rohmaterialien stark betont. "Insgesamt", so Ian French, Branchenanalyst bei Frost & Sullivan, "profitiert die Branche von der generellen Fokussierung der EU-Agrarpolitik auf das Thema Nachhaltigkeit." Eine wichtige Rolle würden außerdem wirtschaftspolitische Bestrebungen spielen, sich zumindest teilweise aus der Abhängigkeit der Öl-produzierenden Länder im Mittleren Osten zu befreien.

Deutschland fördert Biomasse mit Subventionen

Die EU-weiten Initiativen werden weiter unterstützt durch die spezifischen Programme nationaler Regierungen. "Deutschland beispielsweise gewährt je nach Region Subventionen von bestimmter Höhe für Biomasse-Kraftwerke", erläutert French. Nicht überall wird das theoretische Engagement für alternative Energien allerdings gleich schnell in die Praxis umgesetzt werden können. "Das Problem liegt in der mangelnden Integration von Landwirtschafts- und Energiepolitik", hat der Energieexperte erkannt. Konkrete Wachstumsbremsen seien momentan die hohen Installationskosten sowie Probleme mit der Brennstoffherstellung und –Logistik. Bis zum Jahr 2020 rechnet Frost & Sullivan dennoch mit einem Anstieg der installierten Kapazität auf über 60 000 Megawatt.

Höchste Zuwächse in Deutschland

Bei den Ländermärkten stellt Skandinavien mit dem größten Volumen an installierter Kapazität (55 Prozent Anteil an der Gesamtkapazität) bislang die bedeutendste Region für Biomasse-Anlagen. Die höchsten Zuwächse verzeichnet momentan allerdings der deutsche Biomasse-Markt, und auch Italien kann erhebliche Bedarfssteigerungen verbuchen, heißt es in der Analyse.

Die Analyse "Frost & Sullivans Analysis Of Biomass Power Plants In the EMEA Region" (Report 3940) ist für einen Preis von 6000 Euro erhältlich.

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