Preisexplosion

Amerikanischer Erdölexperte fordert: Güter auf die Schiene

Matthew Simmons, amerikanischer Ölexperte, sieht den Ölpreis mittelfristig bei 200 bis 250 Dollar pro Fass und forderte daher in einem Interview mit dem "Schweizer Tagesanzeiger", den Transport von der Straße auf die Schienen zu verlegen. Unterstützung bekommt er nun von der "Allianz pro Schiene".

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Berlin (red) - Der Erdölexperte Matthew Simmons, Chef einer Investmentbank in Houston und Mitglied der amerikanischen Energie-Task-Force um Vizepräsident Dick Cheney, sieht den Ölpreis in den nächsten Jahren bei 200 bis 250 Dollar pro Fass, wie er dem "Schweizer Tagesanzeiger" sagte. Sein dringender Rat daher: "Sofort Lastwagen von den Autobahnen wegnehmen und die Gütertransporte auf die effizientere Schiene und das Wasser verlagern".

Aus Sicht der Vereinigung "Allianz pro Schiene" ist das ein wichtiges Signal. "Die Zukunft gehört der Schiene. Das spricht sich offenbar langsam auch in konservativen amerikanischen Kreisen herum, die bisher nicht gerade durch Ökolobbyismus aufgefallen sind", kommentierte René Waßmer, Mitglied des Vorstandes der "Allianz pro Schiene" und Geschäftsführer des Verkehrsclubs Deutschland (VCD).

Laut Simmons könne die weltweite Ölförderung mit der stetig steigenden Nachfrage nicht mehr Schritt halten. Immer neue Verbraucherländer, allen voran China, verschärfen das Problem. Zudem seien die vorhandenen Ölvorräte offenbar knapper als bisher angenommen. Die logische Folge in einem marktwirtschaftlichen System sei die Explosion des Ölpreises. "Die aktuelle Entwicklung zeigt, dass die bisherige straßen- und autofixierte Politik in eine Sackgasse führt. Umso dringlicher ist es, verstärkt umweltfreundlichere Verkehrsträger wie die Schiene zu fördern, anstatt sie finanziell weiter zu beschneiden", so Waßmer weiter.