Debatte

Alternativen zum geplanten Mainzer Kohlekraftwerk gefordert

Der CDU-Landesvorsitzende Christian Baldauf fordert Alternativen zum geplanten Bau des Kohlekraftwerks auf der Ingelheimer Aue. Das Genehmigungsverfahren für das Kraftwerk läuft bereits; es soll eigentlich in vier Jahren ans Netz gehen.

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Mainz (ddp/sm) - Die Umwandlung des bestehenden Gaskraftwerks in ein Steinkohlekraftwerk sei für ihn "per se nicht nachvollziehbar", sagte Baldauf. Der CDU-Politiker kündigte an, Gespräche mit den Verantwortlichen in der Mainzer CDU führen zu wollen, "um für alle eine Lösung zu erreichen, die das Kohlekraftwerk vermeidet und dennoch die Energieversorgung sichert", sagte Baldauf bei einem Treffen mit der Bürgerinitiative Kohlefreies Mainz (KoMa) am Donnerstag in der Landeshauptstadt.

Seit der Mainzer Stadtrat im Januar vergangenen Jahres dem Bau des Kraftwerks zugestimmt hätte, hätten sich einige Vorgaben geändert, die die Wirtschaftlichkeit des geplanten Kohlekraftwerks in Frage stellten, sagte Baldauf. Hierbei seien nicht nur die gestiegenen Kohlepreise zu berücksichtigen, sondern auch die Tatsache, dass die für den Emissionshandel erforderlichen CO2-Zertifikate ab 2013 ersteigert werden müssten. Eine Möglichkeit besteht nach Aussage Baldaufs in einer Modernisierung des bestehenden Gaskraftwerks.

Der Mainzer CDU-Landtagsabgeordnete Gerd Schreiner sagte, man dürfe die rund 60 000 Einwendungen gegen das geplante Kraftwerk nicht übergehen. "Wenn es in der Bevölkerung so viele Bedenken gegen ein Projekt gibt, darf man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen", sagte Schreiner.

Der Vorsitzende der Bürgerinitiative KoMa, Christof Schulz, sagte, er begrüße den aktuellen politischen Dialog und finde es "sehr positiv, dass das Gespräch jetzt neu auflebt".

Derzeit läuft das Genehmigungsverfahren für das 800-Megawatt-Kraftwerk. Nach den Plänen des Betreibers Kraftwerke Mainz-Wiesbaden (KMW) soll es im Jahr 2012 ans Netz gehen.