Havarie

Alternative Feuerstätten: Brennholz liegt im Trend

Öl- und Gasheizungen funktionieren ohne Strom nicht, deshalb bleibt es bei einem Stromausfall nicht nur dunkel sondern auch kalt. Mit Holz- oder Kohle befreuerte Öfen hingegen, sind von Energie unabhängig und bieten weitere Vorteile: Sie machen unabhängig von steigenden Energiepreisen und schonen die Umwelt.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Magdeburg/Burg (ddp-lsa/sm) - Kuschelige Wärme in den heimischen vier Wänden wird heute in der Regel bequem mit der Gas- oder Ölheizung erzeugt. Doch legt Eis und Schnee die Stromversorgung lahm, wird es im Haus nicht nur dunkel, sondern auch kalt. Ohne Strom ist der Betrieb einer Öl- oder Gasheizung blockiert. Gut beraten sei derjenige, der eine alternative Feuerstätte wie beispielsweise einen Kaminzusatzofen besitzt, sagt Uwe Pomplun, Schornsteinfegerobermeister aus Möser bei Burg.

"Da wird nur ein Streichholz zum Entzünden benötigt", erklärt er. Ob Kamin oder der alte Brikettofen, wer über eine Zweitfeuerstätte im Haus verfügt, habe bei Störfällen die Nase vorn. "Zumindest bleibt es wenigstens in einem Raum warm", betont der Handwerker. In Sachsen-Anhalt liegen Holzöfen offenbar im Trend. Die heimische Forstwirtschaft verzeichnet zumindest eine steigende Nachfrage nach Brennholz. Allein im Revier Möser, das sich über 17 000 Hektar zwischen Genthin und Schönebeck erstreckt, sei in diesem Jahr das Zehnfache an Brennholz geschlagen worden als noch vor einigen wenigen Jahren, erzählt Rainer Aumann, Amtsleiter der Bundesforst Hauptstelle in Möser.

Eine gehörige Menge von etwa 2000 Raummetern Scheithölzer sind seinen Angaben nach in 2005 an Menschen verkauft worden, die nach Absprache mit dem Förster das Holz selbst aus dem Wald nach Hause transportieren. Der Raummeter liege derzeit etwa bei zehn Euro und habe einen Brennwert von 230 Litern Heizöl. "Bei etwa 60 Cent pro Liter Heizöl kann jeder mit einem Kaminzusatzofen im Wohnzimmer ordentlich sparen", sagt Aumann. Doch einen der größten Vorteile sieht er woanders: Heizen mit Holz sei nicht nur preiswerter und krisensicherer, sondern auch umweltfreundlicher. "Die Kohlendioxid-Bilanz ist ausgeglichen", erklärt er.

Es werde nur so viel klimaschädliches Kohlendioxid freigesetzt, wie die Bäume während ihres Wachstums gebunden haben, das wiederum von wachsenden Bäumen aufgenommen wird. Ein weiterer Vorteil sei die Stärkung der heimischen Wirtschaft. "Das Geld bleibt hier und geht nicht ins Ausland zu den Ölmultis", sagt er. Nach Erkenntnissen einer aktuellen Studie könnten in Deutschland 30 Prozent mehr Holz geerntet werden als das bislang der Fall sei, erklärt Aumann weiter.

Schornsteinfeger Pomplun betreut in seinem Kehrbezirk nach eigenen Angaben etwa 2500 Kunden. Jeder Fünfte davon versuche bereits, mit einer alternativen Feuerstätte Kosten einzudämmen. "Seit Oktober dieses Jahres ist der Trend zum Zusatzofen richtig in Bewegung gekommen", betont er. Auch Briketts scheinen eine Renaissance zu erleben. Bei Brennstoffhändler Edwin Bareither, Chef der BBG Wärme und Service GmbH aus Büden bei Magdeburg, sei in diesem Jahr der Brikettabsatz gestiegen.

"Ein kleiner Aufschwung ist schon spürbar", sagt er. Zwischen 250 und 300 Haushalte habe er 2005 mit Kohlen versorgt. Der Bedarf sei aber nicht mit dem wie noch vor 16 Jahren zu vergleichen, als noch 23 Brikettfabriken in Mitteldeutschland aktiv waren. Allein mit dem Brikettverkauf könnte der Büdner Brennstoffhandel heute nicht mehr überleben, erklärt Bareither.

Von ddp-Korrespondentin Sandra Hänel