Rückbau

Alte Windräder: Am Ende nur ein Haufen Schrott?

Die Zahl der Windräder in Deutschland ist in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen. Sie erzeugen sauberen Windstrom – das ist die positive Eigenschaft der umstrittenen Anlagen. Irgendwann aber haben die gigantischen Stahlbauten ausgedient und damit beginnt ein sehr beschwerlicher Prozess, zu dem noch einige Fragen offen sind.

Windrad© Martin Lehotkay / Fotolia.com

Hamburg (red) – Für die einen sind Windräder von vornherein so hässlich, das sie gar nicht aufgestellt werden dürften, andere stört der Anblick vor allem deshalb nicht, weil die riesigen Anlagen saubere Energie produzieren. In einem sind sich aber wahrscheinlich alle einig: Außer Betrieb genommene Anlagen gehören nicht in die Landschaft. Im Fall der Stilllegung ist der Abbau für die Betreiber auch verpflichtend. Aber was passiert mit den ausrangierten Windrädern?

Der beschwerliche Rückbau der Windräder

Über 24.000 Windräder gibt es aktuell in Deutschland, so ein Bericht von Spiegel Online. Im Regelfall sei der Weiterbetrieb einer Windkraftanlage nach 20 Jahren nicht mehr wirtschaftlich. Ab 2040 müssten so rund 30.000 Tonnen an Rotorblättern jährlich entfernt werden. Dass der Rückbau nicht ganz unproblematisch verläuft, ist bei der Größe und Masse der Anlagen beinahe klar: Gigantische Kräne müssen die Windräder nach und nach auseinandernehmen. Lastwagen müssen die Rotorblätter und Gondeln abtransportieren. Was übrigbleibt, ist ein gewaltiger Haufen an Schrott, den es zu beseitigen gilt.

Entsorgung in zahlreichen Schritten

So wird der Beton nach der Zerkleinerung mit dem Presslufthammer zu Straßenschotter, Stahlteile werden eingeschmolzen und wiederverwertet und Elektroteile werden für die Weiterverwendung aufbewahrt. Aber an den Rotorblättern bleibt das Entsorgungssystem erst einmal hängen. Die bestünden nämlich aus Verbundwerkstoffen, die sich nur schwer recyceln ließen, so das Online-Magazin. Forscher arbeiten deshalb an alternativen Möglichkeiten, wie der Verwendung anderer Materialien oder aber auch an Möglichkeiten, die gewaltigen Rotorblätter kostengünstig zu zerkleinern. Die Maßnahmen könnten in der Zukunft noch dringender notwendig werden: Nach Berechnungen des Fraunhofer Instituts für Chemische Technologie steigt die Menge der zu entsorgenden Rotorblätter ab 2027 kontinuierlich an.

Verkauf alter Windräder

Trotz der Verantwortlichkeit bei den Betreibern scheint die Finanzierung in der Zukunft problematisch: Der Hessischen Landesregierung zufolge sind die Sicherheitsleistungen für den Rückbau nämlich erst seit Juli 2004 verpflichtend. Bisher stünde das Recycling auch noch nicht im Vordergrund, weil sich die ausgedienten Anlagen lukrativ beispielsweise nach Russland und Polen verkaufen ließen. Für Anlagen, die sich nicht mehr verkaufen lassen, sind folglich neue Konzepte eine Notwendigkeit. Sonst könnte nicht ausgeschlossen werden, dass die Kosten irgendwann auf den Steuerzahler zurückfielen.