Anfälligkeit

Alte Atomkraftwerke melden öfter technische Defekte

Ältere Atomkraftwerke in Deutschland melden überdurchschnittlich viele sicherheitsrelevante Defekte. Das geht aus einer Statistik des Bundesministeriums für Reaktorsicherheit hervor, wie das ARD-Magazin "Report Mainz" am Montag berichtet. Die häufigsten Defekte wurden demnach aus Krümmel vermeldet.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Mainz (ddp/red) - Bei einer Reihe deutscher Druckwasserreaktoren nehme seit 1994 die Zahl der "meldepflichtigen Komponenten- und Bauteildefekte" deutlich zu. Aus dem Kernkraftwerk Krümmel wurden demnach 82 Mal und damit am häufigsten sicherheitsrelevante Defekte gemeldet.

Das Kernkraftwerk Brunsbüttel kam laut Statistik auf 80 Defekte, Biblis B auf 78 und Biblis A auf 66. Im gleichen Zeitraum meldeten dagegen das Kernkraftwerk Neckarwestheim II 19 technische Defekte und das Kernkraftwerk Isar II 20. Den stärksten Anstieg technischer Defekte weise die Statistik für das baden-württembergische Kernkraftwerk Philippsburg II aus. Heute haben noch 17 deutsche Atomkraftwerke eine Betriebsgenehmigung.

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) erklärte in der ARD-Sendung: "Ein beobachteter Trend in den Zahlen ist Anlass für vertiefende Untersuchungen." Die Statistik ließ Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) auf Anfrage der Bundestagsabgeordneten Sylvia Kotting-Uhl (Grüne) erstellen, wie das TV-Magazin weiter berichtete. Kotting-Uhl, die atompolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Bundestag, sagte dazu in der ARD, es könne nicht sein, dass trotz Wissens um die "Anfälligkeit alter Reaktoren" ernsthaft erwogen werde, die Laufzeiten gerade dieser Reaktoren zu verlängern. Das sei unverantwortlich.