Altbausanierung: Energieagentur NRW verstärkt Förderberatung

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Wer als Hauseigentümer seinen Altbau saniert und damit einen Beitrag zum Klimaschutz leistet, kann jetzt mit Unterstützung aus öffentlichen Fördermitteln rechnen. Mit dem Kohlendioxid-Gebäudesanierungs-Programm der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) unterstützt die Bundesregierung seit Anfang Februar Hauseigentümer und Wohnungsgesellschaften bei der Finanzierung umfangreicher Bauinvestitionen zum Energiesparen. Zehn Milliarden Mark werden in den kommenden fünf Jahren über die KfW bereitgestellt. In den Genuss der Förderung können alle Hauseigentümer kommen, deren Wohngebäude im Jahr 1978 oder früher fertiggestellt worden ist. Die neutrale Energieagentur NRW erwartet einen Anfrageboom und hat ihre unentgeltliche Förderberatung verstärkt.


"Nie war es so attraktiv wie heute - sein Gebäude energetisch auf den neuesten Stand der Technik zu bringen," so Thomas Saure von der Energieagentur NRW. Das Gebäudesanierungs-Programm ist für Hauseigentümer eine lukrative Chance, die Weichen auf niedrige Nebenkosten zu stellen - und das auf Jahre. "Gerade diejenigen, die größeren Sanierungsbedarf auf sich zukommen sehen, finden jetzt die besten Bedingungen für energiesparende und damit langfristig kostengünstige Lösungen vor", so Thomas Saure. Bei Altbauten liegt das Energieeinsparpotential in der Regel bei 70 Prozent. Das Förderprogramm zielt deshalb insbesondere auf Bauten, die bislang keine Wärmedämmung haben, und bei denen die Umbaukosten dementsprechend hoch sind. Die Energieagentur NRW bietet Interessierten unentgeltliche Hilfestellung bei der Planung von Gebäudesanierungen. Anhand von Beispielkalkulationen können Hauseigentümer die Kosten der Arbeiten und den Anteil der Fördermittel abschätzen.


Zielvorgabe ist es, jährlich mindestens 40 Kilogramm des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) pro Quadratmeter Wohnfläche einzusparen. Diese Einsparung gelingt nur, wenn mehrere Maßnahmen miteinander kombiniert werden. Das Förderprogramm schlägt drei Sanierungspakete vor: (1) Erneuerung der Heizung sowie Wärmedämmung des Daches und der Außenwände, (2) Erneuerung der Fenster und der Heizung sowie Wärmedämmung des Daches, der Kellerdecke oder der Außenflächen (z.B. Fundamente), die Kontakt zum Boden haben und (3) Erneuerung der Fenster und der Heizung bei gleichzeitiger Umstellung des Energieträgers. Daneben werden auch Maßnahmen unterstützt wie Wärmerückgewinnung aus der Abluft, Solaranlagen oder andere selbst geschnürte Sanierungspakete. Der Hauseigentümer muss dann allerdings mit einem Gutachten belegen, dass das Ziel von 40 Kilogramm Kohlendioxid-Einsparung tatsächlich erreicht wird. Die Förderung erfolgt über ein zinsverbilligtes Darlehen. Hauseigentümer zahlen hierbei einen effektiven Jahreszins von 3,5 Prozent. Sie sparen damit etwa drei Prozentpunkte gegenüber dem marktüblichen Zins von derzeit etwa 6,5 Prozent. Das Darlehen kann für die gesamte Investition bis zu einer Obergrenzen von 488,96 DM (250 Euro) je Quadratmeter Wohnfläche in Anspruch genommen werden. Die Beantragung erfolgt im Hausbankverfahren.