Bericht aus Brüssel

AKW-Stresstests zeigen Schwächen an einzelnen Meilern

Bei den europäischen AKW-Stresstests sind anlässlich einer ersten Zwischenbilanz Schwächen zumindest an einzelnen Meilern zutage getreten. Insgesamt verliefen die Tests "plangemäß, und die vereinbarten Fristen wurden eingehalten", teilte die EU-Kommission am Donnerstag in Brüssel mit.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Brüssel (AFP/red) - Sie unterstrich die Vorläufigkeit der Berichte, die bisher aus den EU-Staaten mit Atomkraftwerken nach Brüssel übermittelt wurden, machte aber auch mehrere Bereiche aus, in denen neue Maßnahmen nötig seien und regte unter anderem "grenzüberschreitende Risikomanagementpläne" für nukleare Notfälle an.

Franzosen listen mehrere Risiken auf

Ein vorläufiger Bericht aus Frankreich, dem Land mit den meisten Reaktoren in der EU, listet unterdessen mehrere mögliche Risiken auf. Demnach könnten "bestimmte Szenarien" innerhalb eines Tages "zum Beginn einer Kernspaltung" führen; bei diesen Szenarien wurden allerdings Kriterien zugrunde gelegt, die über die normalen Kriterien der Prüfungen hinausgingen, heißt es in dem Bericht des Instituts IRSN, das zur französischen Atomaufsicht ASN gehört; der Bericht stützt sich wiederum auf Analysen des Atomkraftwerksbetreibers EDF.

Konsequenzen gefordert

Bereits in den vergangenen Wochen hatten Umweltschützer wie Greenpeace die Tests als zu lasch gebrandmarkt und auf offenbar gewordene Schwachstellen von Meilern hingewiesen. Der SPD-Europaabgeordnete Bernd Lange urteilte am Donnerstag mit Blick auf die Berichte aus Frankreich und auch aus Schweden: "Stresstests: durchgefallen". Er forderte in Brüssel, "die Ergebnisse der Stresstests müssen zu schnellen Konsequenzen führen". Der endgültige Bericht wird für Juni erwartet.

Quelle: AFP