Keine Gefahr

AKW Krümmel wegen Brennelemente-Defekt abgeschaltet

Der Atommeiler Krümmel wurde wegen eines Brennelemente-Defekts außerplanmäßig abgeschaltet, teilt der Betreiber Vattenfall mit. Das schleswig-holsteinische Sozialministerium als zuständige atomrechtliche Aufsichtsbehörde wurde informiert. Es bestehe jedoch keine Gefahr, dass radioaktive Stoffe freigesetzt werden.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Hamburg (ddp-nrd) - Das schleswig-holsteinische Atomkraftwerk Krümmel wurde am Samstag für voraussichtlich eine Woche heruntergefahren und vom Netz genommen, teilte der Sprecher der Betreiberfirma Vattenfall Europe Nuclear Energy GmbH, Ivo Banek, mit. Während des so genannten Kurzstillstands würden zwei defekte Brennelemente ausgetauscht. Bei den Defekten handelt es sich Banek zufolge um Undichtigkeiten in den Hüllrohren der Brennelemente. Radioaktive Stoffe würden dadurch jedoch nicht freigesetzt. Festgestellt wurden die Fehler anhand von Daten. Das Wasser im Reaktordruckbehälter, in dem sich die Brennelemente befänden, werde ständig in Bezug auf Temperatur und Radioaktivität gemessen. Anhand veränderter Werte sei berechnet worden, dass zwei der insgesamt 840 Brennelemente einen erhöhten Austritt innerhalb des geschlossenen Kreislaufs aufgewiesen hätten.

Es handle es sich nicht um einen meldepflichtigen Zwischenfall, sagte Banek. Dennoch sei schleswig-holsteinische Sozialministerium als zuständige atomrechtliche Aufsichtsbehörde informiert worden. Der Austausch von Brennelementen stelle eine Änderungs­maßnahme dar, die grundsätzlich einer vorherigen Überprüfung und der Zustimmung der Aufsichtsbehörde bedürfe.

Der Siedewasserreaktor in Krümmel ist seit 1983 in Betrieb und produzierte nach Betreiberangaben im vergangenen Jahr 10,6 Milliarden Kilowattstunden Strom. Diese Menge reiche aus, mehr als drei Millionen Haushalte mit über neun Millionen Menschen rund um die Uhr mit Strom zu versorgen.