Seit 1983

AKW Krümmel überschreitet Marke von 200 Milliarden Kilowattstunden

Das schleswig-holsteinische AKW Krümmel bei Geesthacht hat bei der Stromlieferung für das deutsche Energienetz die Leistungsmarke von 200 Milliarden Kilowattstunden überschritten. Diese Marke bei der Netto-Erzeugung sei im Mai erreicht worden, so ein Sprecher des Betreibers Vattenfall Europe Nuclear Energy GmbH.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Krümmel (ddp-nrd/sm) - Der Siedewasserreaktor in Krümmel war 1983 in Betrieb gegangen und produziert laut dem Sprecher etwa ein Drittel des in Schleswig-Holstein erzeugten Stroms. In den vergangenen beiden Jahren sei die Turbinenanlage des Kraftwerks erneuert worden. Dadurch habe die elektrische Brutto-Nennleistung um 72 000 Kilowatt auf nunmehr 1402 Megawatt gesteigert werden können. Somit sei Krümmel der weltweit leistungsstärkste Siedewasserblock.

Nach Angaben von Kraftwerksleiter Hans-Dieter Lucht entspricht die zusätzlich erzeugte Strommenge dem vierfachen Jahresverbrauch der 30.000-Einwohner-Stadt Geesthacht. Diese Leistungssteigerung von mehr als fünf Prozent sei allein durch ein verbessertes Turbinendesign erfolgt, Brennstoffverbrauch und Abfallaufkommen erhöhten sich dadurch nicht.

Nach einem Ende Mai vom Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" zitierten Bericht des Bundesumweltministeriums für den Bundestag liegt Krümmel mit 15 "meldepflichtigen Ereignissen" allein im vergangenen Jahr an der Spitze der Zwischenfall-Statistik. Insgesamt war es demnach in den 17 deutschen Atomkraftwerken 2006 zu insgesamt 126 Pannen gekommen.