Greenpeace

AKW Krümmel: Reaktorunfall würde Hamburg bedrohen

Sollte es im AKW Krümmel zu einem schweren Reaktorunfall kommen, beispielsweise durch einen Flugzeugabsturz, hätte es für die Bevölkerung im Hamburger Stadtgebiet tödliche Folgen, wie eine aktuelle Greenpeace-Studie zeigt. Die Umweltschützer fordern daher die sofortige Stilllegung des Meilers.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Hamburg (red) - Das Hamburger Stadtgebiet müsste im Falle eines schweren Reaktorunfalls in dem von Vattenfall betriebenen AKW Krümmel innerhalb von drei Stunden evakuiert werden. Würde dies nicht geschehen, wäre die Hamburger Bevölkerung einer tödlichen Dosis Radioaktivität ausgesetzt, wie neue Ausbreitungsberechnungen im Auftrag von der Umweltorganisation Greenpeace belegen sollen. "Die Bevölkerung ist einem tödlichen Risiko ausgesetzt, das von der Atomaufsicht seit Jahren bewusst oder fahrlässig unterschätzt wird", sagt Heinz Smital, Atomexperte von Greenpeace. "Die Aufsichtsbehörden kennen zwar die Gefahr, doch sie handeln nicht."

Nicht nur Hamburg wäre bedroht

Des Weiteren wäre auch die Bevölkerung in Teilen von Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern durch einen Super-GAU im AKW Krümmel betroffen. Ein solcher könnte beispielsweise durch einen Flugzeugabsturz oder einen Terroranschlag eintreten. Laut Greenpeace-Experten, die sich unter anderem auf interne Dokumente des Bundeskriminalamtes beziehen, schließen deutsche Sicherheitsbehörden das Risiko eines Terrorangriffs aus der Luft auf ein Atomkraftwerk nicht mehr aus.

Endgültige Stilllegung wäre sofort möglich

Aufgrund dieser Bedrohung fordert Greenpeace den Wiederruf der Betriebsgenehmigung und strengt rechtliche Schritte gegen den Atommeiler an. Nach den Auffassung der Umweltorganisation könnte die endgültige Stilllegung des AKW Krümmel sowie das Abschalten der sieben ältesten Atommeiler sofort und ohne den Einbruch der Stromversorgung geschehen.