Leukämie-Vorfall bei Krümmel

AKW-Gegner fordern schärfere Radioaktivitäts-Grenzwerte

Nach dem Bekanntwerden eines weiteren Leukämiefalls in der Elbmarsch fordert die Anti-Atomkraftkampagne "ausgestrahlt" schärfere Grenzwerte für radioaktive Emissionen. Eine Studie des Bundesamtes für Strahlenschutz hat bereits 2007 eine Häufung von Leukämiefällen in AKW-Nähe festgestellt.

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Geesthacht (ddp/red) - Die derzeitigen Grenzwerte berücksichtigen nicht, dass Kinder und Embryos empfindlicher gegenüber radioaktiver Strahlung als Erwachsene seien, sagte "ausgestrahlt"-Sprecher Jochen Stay am Montag. Zuvor war die Erkrankung eines neunjährigen Mädchens aus dem nur 5,5 Kilometer Luftlinie vom Atomkraft Krümmel in Geesthacht entfernten Horburg im Landkreis Lüneburg bekanntgeworden.

Seit Jahren häufen sich in der Elbmarsch in der Nähe von Geesthacht Leukämiefälle bei Kindern. Bis heute ist ungeklärt, ob die Erkrankungen durch einen atomaren Störfall ausgelöst wurden oder ob es sich um einen Zufall handelt. Umstritten ist auch die Existenz radioaktiver Kügelchen im Boden der Elbmarsch und deren möglicher Einfluss auf die vermehrten Erkrankungsfälle.

Eine Kinderkrebsstudie des Bundesamtes für Strahlenschutz hatte Ende 2007 eine "signifikante Häufung von Leukämie bei Kindern in der Nähe von Atomkraftwerken" festgestellt. In den vergangenen zehn Jahren sind in der Elbmarsch und in Winsen laut Erhebungen mindestens 22 Kinder an Leukämie erkrankt, vier von ihnen starben.