Atommülllager

AKW-Gegner besetzen Endlager Morsleben

Umweltschützer haben am Montag über Stunden das Atommüllendlager Morsleben besetzt. Vier Atomgegner waren am Morgen mit einer Leiter über den Sicherheitszaun geklettert, wie ein Polizeisprecher auf ddp-Anfrage sagte. Zwei der Aktivisten hätten an einem Abwetterschacht ein Transparent mit der Aufschrift "Stoppt das dreckige Atomgeschäft" entrollt.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Morsleben (ddp-lsa/red) - Der Protest richtet sich aus Sicht von Bürgerinitiativen gegen die Pläne des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), das Endlager "für die Ewigkeit zu verschließen". Entgegen ersten Aussagen der Polizei hat sich keiner der Atomgegner an dem Turm angekettet. Die Aktivisten hätten sich vielmehr gegenseitig gesichert. Die drei Männer und eine Frau hätten widerstandslos die Aktion beendet. Das Amt für Strahlenschutz hat laut Polizei Anzeige wegen Hausfriedensbruchs gestellt.

Der Vorsitzende des Landtags-Umweltausschusses, Gerry Kley (FDP), sprach von einer sinnlosen Aktion. Die Erkenntnisse des Bundesamtes für Strahlenschutz sprächen eine klare Sprache. Von Morsleben gehe keine Gefahr für Mensch und Umwelt aus. Diese Fakten hätten auch Umweltaktivisten zu akzeptieren.

Als Betreiber von Morsleben will die Behörde die Hohlräume des früheren Salzbergwerks mit Spezialbeton verfüllen. Derzeit läuft das atomrechtliche Stilllegungsverfahren. Das BfS hat die Planungsunterlagen öffentlich ausgelegt, Bürger können dagegen noch bis zum 21. Dezember Einwände erheben. In Morsleben an der Landesgrenze zu Niedersachsen lagern etwa 37.000 Kubikmeter schwach und mittelradioaktiver Müll. Das frühere DDR-Endlager war nach der Wende in den Besitz des Bundes übergegangen.