Zehnjahresinspektion

AKW Fessenheim: Betreiber hofft auf 40 Jahre Laufzeit

Im Elsass hat die dritte Zehnjahresinspektion des französischen Atomkraftwerks Fessenheim am Oberrhein begonnen. Nach der Sicherheitsüberprüfung will die französische Atomaufsicht über eine Laufzeitverlängerung auf 40 Jahre entscheiden. Umweltschützer sehen die Inspektion jedoch nur als "Scheinkontrolle".

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Colmar (afp/red) - Für die Inspektion wurde Block eins des Kraftwerks am Wochenende abgeschalten, teilte der Stromkonzern EDF am Montag mit. Block zwei werde voraussichtlich Anfang kommenden Jahres vom Netz gehen. Die Überprüfungen sollen den Angaben zufolge für jeden der beiden Reaktoren drei bis vier Monate dauern. Die Kosten beziffert EDF auf rund 64 Millionen Euro. Davon sollen zehn Millionen für die Verbesserung der Erdbebensicherheit ausgegeben werden.

EDF hat für die beiden Blöcke - die ältesten französischen Druckwasserreaktoren - bereits die Verlängerung der Laufzeit auf 40 Jahre beantragt. Die französische Behörde für Atomaufsicht (ASF) will über die Anträge offiziell erst nach Auswertung der Kontrollen entscheiden - voraussichtlich nicht vor Ende kommenden Jahres.

AKW-Gegner sehen Inpektion nur als Vorwand

Umweltschützer auf beiden Seiten des Rheins fürchten allerdings, dass die Entscheidung für eine Verlängerung der Laufzeit schon längst gefallen ist. Die Zehnjahresinspektion sei nur eine "Scheinkontrolle", kritisierten der Bund für Umwelt- und Naturschutz in Deutschland (BUND) und das französische Netzwerk für Atomausstieg "Sortir du Nucléaire".

Am 3. Oktober hatten mehrere tausend Demonstranten aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz in Colmar eine rasche Stilllegung des Atommeilers gefordert. Sie begründen ihre Forderung unter anderem mit dem Erdbebenrisiko im Oberrheingraben und den zahlreichen Pannen in dem 1977 in Betrieb genommenen AKW.