Mehrwöchiger Stillstand

AKW Brunsbüttel wegen Jahresrevision vom Netz genommen

Das schleswig-holsteinische Kernkraftwerk Brunsbüttel ist in der Nacht zum Mittwoch zu seiner planmäßigen Jahresrevision vom Netz genommen und heruntergefahren worden. Für die Revision, an der über 1400 Fachkräfte arbeiten, werde ein zweistelliger Millionenbetrag aufgewendet.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Kiel/Brunsbüttel (ddp-nrd/sm) - Während des mehrwöchigen Stillstands sollen unter anderem 80 der 532 Brennelemente im Reaktorkern ausgetauscht werden, wie das Kieler Sozialministerium als Reaktorsicherheitsbehörde am Mittwoch mitteilte.

Nach Angaben des Betreibers Vattenfall Europe Nuclear Energy GmbH wird für die Revision ein zweistelliger Millionenbetrag aufgewendet. Neben den routinemäßigen Prüfungen und Wartungsarbeiten stünden unter anderem eine Druckprobe des Reaktordruckbehälters, eine Generatorinspektion und die Überprüfung von Rohrleitungen und Sicherheitssystemen an. Insgesamt seien mehr als 1800 Arbeitsaufträge vorgesehen. Neben dem 310-köpfigen kraftwerkseigenen Personal würden etwa 1100 zusätzliche Fachkräfte von Hersteller- und Spezialfirmen hinzugezogen.

Der Atommeiler Brunsbüttel ist seit 1977 in Betrieb und trägt laut Vattenfall rund 15 Prozent zur Stromproduktion in Schleswig-Holstein bei. Im vergangenen Jahr habe der Siedewasserreaktor mit einer Leistung von 806 Megawatt rund sechs Milliarden Kilowattstunden Strom produziert. Das Kernkraftwerk an der Unterelbe soll laut Atomkonsens Anfang 2009 vom Netz gehen.