Nach erneutem Störfall

AKW Brunsbüttel: Vattenfall informiert über weitere Panne

Wie das Kieler Sozialministerium am Montagabend mitteilte, hat die Betreibergesellschaft Vattenfall das Ministerium über Probleme an der Messleitung zur Überwachung des Reaktorfüllstands informiert. Dabei hat laut Vattenfall keine Gefahr einer erneuten Explosion bestanden.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Kiel (ddp/sm) - Man habe einen Abfall der Temperatur in der Messanordnung bemerkt. Grund sei offenbar ein "stetiger Eintrag von Wasserstoff". Dies sei durch das Überwachungsprogramm der Aufsichtsbehörde festgestellt worden. Die festgestellten Mängel erforderten "höchste Aufmerksamkeit und schnellstmögliche Beseitigung, da es im Jahr 2001 zu einer Explosion von Wasserstoff in einer Rohrleitung des Kernkraftwerks Brunsbüttel gekommen war", die damals erhebliche Schäden verursacht habe.

Nach Angaben des Betreibers Vattenfall handelt es sich um eine mögliche Ansammlung von Radiolysegas in einem Messsystem innerhalb des Sicherheitsbehälters. Vattelfall-Sprecher Ivo Banek sagte auf Anfrage von ddp am Montagabend, in Brunsbüttel habe jedoch nicht die Gefahr einer erneuten Explosion bestanden. Der Betreiber habe als Konsequenz aus 2001 ein hochsensibles Messsystem eingeführt. Diese sehr fein eingestellten Messinstrumente reagierten sehr frühzeitig, sodass ein Gefahr im Keim erstickt werde. Der TÜV habe Vattenfall die Empfehlung erteilt, den Fehler innerhalb der nächsten zwei Wochen zu beseitigen.

Die Reaktoraufsichtsbehörde hatte nach eigenen Angaben am Wochenende eine intensive Prüfung der festgestellten Mängel unter Hinzuziehung des TÜV SÜD als Gutachter vorgenommen und den Betreiber aufgefordert, eine Spülung des betroffenen Bereichs der Reaktorfüllstandsmessung vorzunehmen. Auf diese Weise seien bereits in der Vergangenheit Wasserstoffansammlungen im Füllstandsmessbereich wirksam beseitigt worden. Außerdem würden konstruktive Änderungen an der Füllstandsmessung gefordert.

Die Spülmaßnahmen erfordern eine Reduzierung der Anlagenleistung auf 25 Prozent und eine Druckabsenkung im Reaktordruckbehälter. Vattenfall-Geschäftsführer Bruno Thomauske habe im Krisengespräch am Montag im Kieler Sozialministerium zugesagt, dass diese Spülung durchgeführt werde. Das sei innerhalb eines routinemäßigen Prüfprogramms in den nächsten zwei Wochen vorgesehen.