Abgeschaltet

AKW Brunsbüttel bleibt wegen weiterer Überprüfungen vom Netz

Wegen Abweichungen an Dübelplatten im Sicherheitssystem des Kernkraftwerks Brunsbüttel geht der Atommeiler vorerst nicht wieder ans Netz. Die Abweichungen seien bei einer von der Aufsichtsbehörde veranlassten Überprüfung festgestellt worden, teilte ein Sprecher des zuständigen Kieler Sozialministeriums mit.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Kiel/Brunsbüttel (ddp/sm) - Das Kraftwerk war zuvor wegen eines Ölwechsels im Eigenbedarfstransformator vom Netz genommen worden. Bei den Prüfungen sind den Angaben zufolge Experten der Behörden für Reaktor- und für Bauaufsicht, des TÜV NORD und der bauamtliche Prüfingenieur zugegen. Dabei seien zu große Bohrungen in den Dübelplatten entdeckt worden, mit denen Rohrleitungen am Bauwerk befestigt würden.

Aufgrund dieser Unregelmäßigkeit werden nun weitere Dübelplatten untersucht. Der Betreiber habe mit der Instandsetzung der beanstandeten Platten begonnen. Derzeit werde eine Meldung nach atomrechtlicher Meldeverordnung vorbereitet. Das AKW bleibe bis zum Abschluss der Instandsetzungen vom Netz.

Die Kontrolle der Dübelverbindungen ist dem Sprecher zufolge Teil eines Prüfprogramms, das von der Aufsichtsbehörde im Zusammenhang mit Ereignissen in den hessischen Kernkraftwerken am Standort Biblis aufgelegt worden war und seit Oktober 2006 läuft. In den seit einem Dreivierteljahr abgeschalteten Biblis-Blöcken A und B war im vergangenen Herbst entdeckt worden, dass Tausende Dübel falsch montiert waren. Seither läuft dort der Austausch der Bauteile.