Defekt

AKW Brokdorf soll mit nur einem Trafo ans Netz gehen

Im Atomkraftwerk Brokdorf muss nach einem Zwischenfall ein defekter Transformator ausgetauscht werden. Dennoch werde der Reaktor möglicherweise bereits vor dem Austausch mit nur einem Trafo und reduzierter Leistung wieder angefahren, sagte die Sprecherin von Betreiber E.ON Kernkraft, Petra Uhlmann, am Mittwoch in Hannover.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Brokdorf (dapd/red) - Eine Entscheidung fällt laut Uhlmann Ende der Woche. Das AKW Brokdorf war am Sonntag unplanmäßig vom Netz gegangen. Die Untersuchungen dauerten noch an, sagte Uhlmann. Die genaue Ursache des Defekts stehe noch nicht fest.

Die Atomaufsicht in Schleswig-Holstein bestätigte Gespräche mit dem Energiebetreiber, wonach nur einer der beiden sogenannten Maschinentransformatoren des Kraftwerks wieder in Betrieb genommen werden soll. Es sei zutreffend, dass E.ON diese Überlegungen der Atomaufsicht mitgeteilt habe, sagte ein Sprecher der Behörde auf dapd-Anfrage. Abschließende Festlegungen und Anträge des Energiekonzerns gebe es allerdings noch nicht.

Nach Angaben der Atomaufsicht ist es grundsätzlich zulässig, das Kernkraftwerk auch mit verminderter Leistung unter Nutzung nur eines der beiden Transformatoren zu betreiben.

Der Südschleswigsche Wählerverband (SSW) kritisierte das Vorhaben. "Reicht ein Transformator allein nicht aus, um das Kraftwerk voll funktionsfähig zu halten, dann muss Brokdorf eben vom Netz bleiben, bis es wieder ordnungsgemäß funktioniert", sagte der umweltpolitische Sprecher der SSW-Landtagsfraktion.