Wirtschaftlich

Aktuelle Studie: Kosten für Windenergie sinken kontinuierlich

Die Erzeugungskosten von Windstrom sind in Deutschland seit 1991 um 55 Prozent gesunken und werden in den nächsten sieben Jahren noch einmal um weitere 20 Prozent fallen. Das ist das Ergebnis einer Studie der Deutschen WindGuard zur derzeitigen Vergütungsregelung und Entwicklung der Windenergie-Nutzung in Deutschland.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Der Studie zufolge wurde Strom aus neuen Windkraft-Anlagen an Standorten mit einem mittleren Windangebot im Jahr 1991 noch mit umgerechnet 18,43 Eurocent je Kilowattstunde vergütet (Geldwert von 2003). Heute sind es über die 20-jährige Betriebszeit nur noch 8,33 Cent pro Kilowattstunde. 2010 wird die Vergütung wegen der gesetzlich festgelegten Degression bei nur noch 6,63 Cent pro Kilowattstunde liegen. "Die immer wieder geforderte Degression der Einspeisevergütung für Windstrom ist seit Jahren gelebte Realität", betont daher BWE-Präsident Dr. Peter Ahmels.

Die Entwicklung der Windenergie-Nutzung in Deutschland begann mit dem Inkrafttreten des Stromeinspeisungsgesetz (StrEG) am 1. Januar 1991. Das Gesetz legte erstmals gesetzliche Mindestvergütungen für Strom aus erneuerbaren Energien fest. Da die Vergütung nach StrEG an vielen Standorten noch nicht für einen wirtschaftlichen Betrieb von Windenergie-Anlagen ausreichte, wurden bis 1995 zusätzliche Betriebskostenzuschüsse aus Bundes- und Landesmitteln gewährt. 1991 und 1992 konnten so zusätzlich zur Vergütung nach StrEG 11 Pfennig pro Kilowattstunde erlöst werden. Ab 1993 wurden Bundes- und Landeszuschüsse nicht mehr kumuliert und fielen damit auf 6 Pfennig pro Kilowattstunde. 1994 wurden die Zuschüsse auf drei Pfennig pro Kilowattstunde gesenkt und schließlich 1996 komplett gestrichen.

Das Stromeinspeisungsgesetz wurde am 1. April 2001 durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ersetzt. Im Gegensatz zum StrEG sieht das EEG eine zeitlich befristete, degressive und standortabhängige Vergütung vor. Für den Vergleich wird von einem Standort mit durchschnittlichem Windangebot – dem so genannten Referenzstandort – ausgegangen. Die Degression beträgt für neue Windenergie-Anlagen jährlich 1,5 Prozent. Nominal fällt die Vergütung damit von 9,1 Cent pro Kilowattstunde im Jahr 2001 auf 8,2 Cent pro Kilowattstunde.