Alarmierend

Aktuelle CO2-Werte liegen weit über dem Durchschnitt

Mit Ausnahme der heutigen Rekordwerte war die Kohlendioxidkonzentration in der Atmosphäre über die letzten 2,1 Millionen Jahre relativ stabil, wie amerikanische Forscher herausgefunden haben. Die aktuelle CO2 Konzentration liegt mit 40 Prozent weit über dem Durchschnitt.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Washington (ddp/red) - Mit Ausnahme der heutigen Rekordwerte war die CO2-Konzentration in der Atmosphäre über die letzten 2,1 Millionen Jahre relativ stabil, wie amerikanische Forscher herausgefunden haben. Ein Abfall der Konzentration des CO2 kann damit nicht, wie bisher vermutet, die großen Eiszeiten während des Erdzeitalters Pleistozän 1,2 Millionen bis 500.000 Jahre vor heute verursacht haben.

CO2-Werte liegen 40 Prozent über Durchschnitt

Die Ergebnisse von Bärbel Hönisch und ihren Kollegen von der Columbia University in Palisades deuten darauf hin, dass andere Faktoren die Ausdehnung der Eiszeiten verursacht haben müssen. Interessantes Nebenergebnis der Studie: Aktuell sind die Kohlendioxidwerte fast 40 Prozent höher, als sie durchschnittlich während der vergangenen zwei Millionen Jahren waren. Die Forscher berichten im Fachmagazin "Science" über ihre Ergebnisse.

Sinkende CO2-Werte sind keine Ursache für Eiszeiten

Hönisch und ihre Kollegen rekonstruierten den Verlauf der atmosphärischen CO2-Konzentration über die vergangenen 2,1 Millionen Jahre und konnten keinen Hinweis darauf finden, dass die atmosphärische Kohlendioxidkonzentration im Pleistozän vor rund 850.000 Jahren nach und nach gesunken ist. In dieser Zeit dehnten sich die Eiszeitzyklen von 40.000 auf 100.000 Jahre aus und viele Wissenschaftler machen ein Abkühlen der Atmosphäre durch das Sinken der CO2-Konzentration für das Auftreten der großen Eiszeiten verantwortlich. Die neuen Ergebnisse zeigten nun jedoch eindeutig, dass CO2 als Grund für die massiven Eiszeiten ausgeschlossen werden könne, berichten die Forscher.

Bis vor 2,1 Millionen Jahre können zurückverfolgt werden

Für die Rekonstruktion diente den Wissenschaftlern versteinertes Plankton aus dem Meeresboden an der Küste Afrikas. Die Planktonorganismen deckten eine Zeitspanne bis zu 2,1 Millionen Jahren ab und erlaubten den Forschern damit, den Verlauf der Kohlendioxidkonzentration weiter zurückzuverfolgen, als es durch bisherige Messungen aus Polareisbohrungen möglich war.

Die neuen Ergebnisse zeigten dabei ebenso wie die früherer Studien eine enge Verbindung zwischen dem CO2-Gehalt in der Atmosphäre und dem globalen Klima - trotz der fehlenden Verbindung zwischen einem Abfall der Konzentration und der Intensivierung der Eiszeiten.