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WerbeanzeigeMit einem missverständlichen Werbebild für Windkraft hat das Bundesumweltministerium für Windkraft geworben. Der beschauliche Voralpenort Törwang wurde als Vorlage für die idyllisch wirkende Werbung verwendet, obwohl dort keine Windräder aufgestellt werden dürfen.
Rosenheim/Berlin (dapd/red) - Für eine Anzeigenkampagne zur Nutzung von Windenergie hat das Bundesumweltministerium ein idyllisches Panorama der kleinen Ortschaft Törwang in der Gemeinde Samerberg im Landkreis Rosenheim als Motiv ausgewählt. Übergangen wurde jedoch die Tatsache, dass der Bau von Windrädern in dieser Gegend streng verboten ist und dort bis dato auch kein einziges Windrad errichtet wurde. Törwangs Erster Bürgermeister Georg Huber sieht in der Kampagne eine Irreführung der Betrachter und will den Fehler nicht hinnehmen. "Wer Werbung macht, muss auch Regeln beachten", stellt er am Freitag klar.
Törwangs Bürgermeister stört sich an der geschönten Windkraftwerbung.
(Foto / Abb.: photlook / Fotolia.com)
Die Werbeanzeige, die Törwang malerisch eingebettet zwischen Feldern und Bäumen abbildet, wurde in überregionalen Zeitungen geschaltet, um auf die Auszeichnung der Gewinner des Wettbewerbs "Masterplan 100 Prozent Klimaschutz" am 7. Mai durch Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) hinzuweisen. Unter dem Motiv sind die Namen von 18 Kommunen aufgeführt, die sich um erneuerbare Energien verdient gemacht haben. Törwang steht nicht dabei.
Unter dem Slogan '100 Prozent Energiewende. Wir machen das' war geworben worden. Dem Bürgermeister ist allerdings wichtig, dass die Werbung die Fakten nicht verkennt oder beschönigt. „Wir machen das eben nicht", betont Huber. Denn der Windatlas verbiete die Errichtung von Windrädern in der Gemeinde Samerberg, weil die Gegend wegen ihrer starken touristischen Nutzung besonders schützenswert sei.
"Die machen da ein wenig Werbung mit einer schönen Landschaft im Voralpenland und erwecken damit den Eindruck, als ob wir hier ganz zufrieden mit den Windrädern sind", moniert er. Zwar habe er persönlich nichts gegen Windenergie. Auf dem ausgewählten Motiv seien die drei per Fotomontage eingefügten Windräder aber viel zu klein dargestellt. "Die sind kaum höher als der 41 Meter hohe Kirchturm, müssten aber bis zu vier Mal größer sein", kritisiert er. So sehe alles "schön kuschelig" aus. "Damit soll auch die Thematik verniedlicht werden", vermutet er.
Das Bundesumweltministerium erklärte auf Anfrage, das Motiv werde auf der Internetseite bleiben. Die Anzeige in den Zeitungen sei aber eine einmalige Sache gewesen, sagte Ministeriumssprecher Jürgen Maaß und ergänzte: "Wir haben das Motiv übrigens in der Anzeige nicht zum ersten Mal verwendet. Das Bild zierte im letzten Jahr das Titelblatt einer unserer Broschüren zum kommunalen Klimaschutz.
Aus der Angelegenheit will Huber keine Affäre machen und ist im Grunde auch amüsiert über die Werbepanne. Zumal niemand außer den schätzungsweise 400 Törwangern die abgebildete Dorfansicht erkennen dürfte, wie er zugibt. Da die missverständliche Werbung bereits vereinzelt für Schlagzeilen gesorgt hat, kann Huber dem Ganzen inzwischen auch etwas Positives abgewinnen: "Vielleicht springt für uns dabei sogar ein bisschen Werbung raus", sagt er schmunzelnd.
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