Verbraucherpolitik

Aigner fordert transparente Preise von Stromversorgern

Angesichts der Preiserhöhungen zum neuen Jahr hat Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) die Strom- und Gasanbieter zu einer transparenten Preispolitik aufgerufen. Zudem ermutigte die Ministerin die Stromkunden dazu, einen Anbieterwechsel zu prüfen. Meist ließe sich dadurch ein dreistelliger Betrag pro Jahr sparen.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (afp/red) - Die Unternehmen müssten den Verbrauchern die Gründe für ihre Preiserhöhungen nennen, erklärte Aigner am Donnerstag in Berlin. Strom- und Gaskunden ermunterte die Ministerin zum Anbieterwechsel.

"Es gibt knapp 900 Stromanbieter - und viele davon halten ihre Preise stabil", erklärte Aigner. Mehrere Gasanbieter wollten ihre Preise sogar senken. Ein Stromkunde kann laut Bundesnetzagentur mit einem günstigeren Angebot im Schnitt 160 Euro im Jahr sparen. Dies zeige, dass es sich durchaus lohnen könne, die aktuellen Tarife zu vergleichen und zu wechseln, erklärte Aigner.

In vielen Fällen übernimmt der neue Lieferant die Kündigung beim alten Anbieter. Die Umstellung der Lieferung dauert nach Angaben des Bundesverbraucherministeriums zwischen vier und zehn Wochen. Dabei kommt es auf keinen Fall zu einer Unterbrechung der Strom- und Gaszufuhr, da der lokale Grundversorger zur Belieferung gesetzlich verpflichtet ist.

Die Stromkonzerne begründen ihre Preiserhöhungen mit dem Anstieg der EEG-Umlage. Die Umlage zum Ausbau der erneuerbaren Energien steigt 2011 um über 70 Prozent auf 3,5 Cent pro Kilowattstunde. Allerdings sind in den vergangenen Jahren die Preise an den Strombörsen stark gesunken, ohne dass diese Einsparungen an die Kunden weitergegeben worden wären. Eine vergleichbare Entwicklung gilt auch für den Gasmarkt und die Gasanbieter.