Hoher Beratungsbedarf

Agentur IRENA soll Ausbau erneuerbarer Energien voranbringen

Mit einem Gründungskongress in Bonn ist heute die auf deutsche Initiative entstandene Internationale Agentur für erneuerbare Energien (IRENA) ins Leben gerufen worden. Die Bundesregierung sprach von einem "Meilenstein für eine zukunftsfähige Energieversorgung".

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Bonn (AFP/ddp/sm) - "Mit IRENA bekommen die erneuerbaren Energien international eine vernehmbare Stimme und einen politischen Push", erklärte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) zu Beginn der Konferenz. Die Agentur werde das internationale Sprachrohr für erneuerbare Energien seien. Viele Staaten hätten deren Chancen für Klimaschutz, Versorgungssicherheit sowie wirtschaftliche Entwicklung und Beschäftigung erkannt.

"Es geht nicht allein darum, Unternehmen Hilfe zu geben, sondern es geht darum, Staaten Hilfe zu geben", sagte Gabriel dem RBB-Inforadio. Man wolle sich "nicht einfach dem Lobbyismus hingeben", sondern in Form einer neutralen Beratung Beispiele aufzeigen, wie in den einzelnen Staaten der alternative Energieeinsatz funktionieren könne. Die Hilfen reichen dabei von technischen Fragen bis zu möglichen Finanzierungen von Projekten. IRENA will zudem mit anderen Organisationen zusammenarbeiten, die sich dem Ausbau erneuerbarer Energien widmen.

Erneuerbare Energie für Entwicklungsländer

Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) erklärte, die Gründung sei ein starkes Zeichen für ein gemeinsames Handeln der Staatengemeinschaft mit Blick auf eine internationale Energiepolitik, "die auch den ärmsten Ländern Zugang zu sauberer Energie ermöglichen und somit zur Armutsbekämpfung beitragen wird." Der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Gernot Erler (SPD), hob hervor, IRENA solle auch globale Rivalitäten um fossile Energien und Versorgungsquellen mindern. Der Ausbau erneuerbarer Energien biete zudem weltweit Chancen für die Wirtschaft.

Zu der Gründungskonferenz kamen Vertreter aus mehr als 100 Ländern in Bonn zusammen. Rund 50 Staaten sollten am späten Montagnachmittag den Gründungsvertrag unterzeichnen. IRENA soll vor allem die Regierungen dabei beraten, wie sie die Möglichkeiten der erneuerbaren Energien optimal nutzen. Die Hilfen reichen dabei von technischen Fragen bis zur möglichen Finanzierung von Projekten. Ein Schwerpunkt wird auch darin liegen, den Einsatz neuer Technologien in Entwicklungsländern zu unterstützen.

Bislang gibt es international keine vergleichbare Organisation, die sich ausschließlich diesem Thema widmet. Die Initiative für die Agentur ging von Deutschland aus, besondere Unterstützung fand das Projekt in Spanien und Dänemark. Bereits am Dienstag sollen auf der konstituierenden Sitzung einer Vorbereitungskommission die Weichen für den Aufbau der neuen Organisation gestellt werden. Im Juni soll über den Sitz und den Gründungsdirektor von IRENA entschieden wird.

Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) begrüßte die Gründung von IRENA. Die Agentur werde dabei helfen, die Signale für erneuerbaren Energien weltweit auf grün zu stellen, zeigte sich BEE-Präsident Dietmar Schütz überzeugt. Die globalen Energie- und Klimaprobleme könnten nur mit Hilfe der erneuerbaren Energien gelöst werden. Besonders für Entwicklungsländer berge deren Ausbau große Chancen auf wirtschaftliche Entwicklung, ohne dabei die negativen Begleiterscheinungen teurer und klimaschädlicher Ressourcen wie Öl, Kohle und Gas einzukaufen.