Untersuchung

Adamowitsch: Bislang keine Erkenntnisse über Marktmanipulation

Das Kartellamt untersucht momentan, ob RWE und E.ON den Handel mit Kohlendioxid-Zertifikaten ausnutzen, um ihre Strompreise weiter in die Höhe zu treiben. Laut Staatssekretär Adamowitsch gibt es jedoch bislang keine Bestätigung der Vorwürfe. Es würden dennoch weitere Informationen gesammelt.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Das Bundeswirtschaftsministerium hat bislang keine Informationen über einen möglichen unberechtigten Aufschlag von Kohlendioxid-Kosten auf die Strompreise der großen Energieversorger. "Es gibt bis heute keinen Nachweis über Manipulationen", sagte Wirtschaftsstaatssekretär Georg Wilhelm Adamowitsch gestern in Berlin. Das Ministerium wünsche sich aber bis zum geplanten Energiegipfel weitere Informationen zu dem Thema vom Bundeskartellamt.

Die Bonner Behörde ermittelt seit August in diesem Zusammenhang gegen die beiden führenden deutschen Stromkonzerne RWE und E.ON. Die Unternehmen müssen bis Anfang Februar weitere betriebsinterne Daten an das Kartellamt liefern. Dabei geht es um den möglichen Missbrauch ihrer marktbeherrschenden Stellung auf den Strommärkten für Weiterverteiler und Großkunden.

Das Kartellamt hatte die Verfahren nach Beschwerden aus der Industrie eingeleitet und prüft seither, ob die Unternehmen den Handel mit Kohlendioxid-Zertifikaten ausnutzen, um ihre Strompreise weiter in die Höhe zu treiben. Den Versorgern wird vorgeworfen, sie kalkulierten die unentgeltlich zugeteilten Zertifikate mit ihrem hohen Börsenpreis als Kosten in den Strompreis ein.

Die deutsche NE-Metallindustrie indes hält weiterhin an ihren Vorwürfen fest: Den Stromerzeugern sei es als einziger vom europäischen Emissionshandel erfassten Branche gelungen, die kostenlos erhaltenen Zertifikate in massive Preiserhöhungen umzusetzen.