Bundesregierung bezieht Stellung

Acht Prozent des Stroms in Deutschland aus erneuerbaren Energien

Die Bundesregierung hat heute im Bundestags umfassend Stellung zum Ausbau erneuerbarer Energien bezogen. Aktuelle Bilanz: Die erneuerbaren Energien machen heute rund drei Prozent der Primärenergie und acht Prozent des verbrauchten Stroms aus. Nun käme es besonders darauf an, die Potenziale der Windenergie zu nutzen.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Die erneuerbaren Energien machen heute rund drei Prozent der Primärenergie und acht Prozent des verbrauchten Stroms aus. Diese Angaben macht die Bundesregierung in ihrer Antwort (Bundestagsdrucksache 15/860) auf eine "Kleine Anfrage" der Abgeordneten Axel E. Fischer, Albrecht Feibel, Norbert Barthle sowie weiterer Abgeordneter (Bundestagsdrucksache 15/708). Es komme insbesondere darauf an, die Potenziale der Windenergie in der Stromerzeugung zu nutzen, da die Möglichkeiten der Wasserkraft in Deutschland bereits zu einem größten Teil erschlossen worden seien.

Den Angaben zufolge ist die technische Entwicklung in diesem Bereich bereits weit fortgeschritten und belastbare Erfahrungen mit der Technik lägen vor. Die Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung bis zum Jahre 2010 gegenüber dem Jahr 2000 zu verdoppeln. Erneuerbare Energien könnten sich auf dem Markt ohne finanzielle Förderung nur behaupten, wenn sie die Wettbewerbsfähigkeit im Energiebinnenmarkt erreicht hätten.

Zu den Kosten infolge des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) heißt es in der Antwort, bei einem jährlichen Stromverbrauch von 3000 Kilowattstunden eines Durchschnittshaushaltes seien für das Jahr 2001 Mehrkosten infolge des EEG in Höhe von 7,50 Euro errechnet worden. Für das vergangene Jahr betrage dieser Wert rund 10 Euro, während für das laufende Jahr mit 13 Euro zu rechnen sei. Die zusätzlichen Kosten des EEG beliefen sich auf etwa 0,18 bis 0,26 Cent pro Kilowattstunde.

Weiter heißt es, die Nutzung der Offshore-Windenergie in Nord- und Ostsee werde durch technische und ökologische Begleitforschung weiterhin vorbereitet. Den Angaben des Bundesverbandes Windenergie zufolge gab es im vergangenen Jahr rund 46 000 Arbeitsplätze in der Windenergiebranche. 2002 seien durch die Windenergie rund drei Prozent des Gesamtstroms erzeugt worden. Laut Antwort kann davon ausgegangen werden, dass zur Zeit in dieser Größenordnung Strom aus fossilen Energieträgern durch Windenergie ersetzt werden kann. Im Bereich der Photovoltaik würden Forschungs- und Entwicklungsarbeiten gefördert, um die Wirkungsgrade der Solarzellen zu verbessern und kostengünstigere Fertigungstechnologien zu finden.

Die Regierung wies zudem auf das Förderprogramm "Nachwachsende Rohstoffe" hin, mit dem seit 1993 die Nutzung von Biomasse unterstützt wird. Im Gegensatz dazu gilt die Forschung und Entwicklung der Laufwasserkraft als abgeschlossen, so die Exekutive weiter. Allerdings werde der Forschungsbedarf im Bereich der Wellenenergie mit Blick auf Meeresströmungen derzeit geprüft.