Bilanz

Abschreibung drückt RWE-Ergebnis

Die Energiebranche steht weiter im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Nachdem E.ON am Dienstag mit den Übernahmeplänen für die spanische Endesa den Markt überraschte und gleichzeitig erste Zahlen für 2005 vorlegte, spekuliert die Börse jetzt über einen ähnlichen Paukenschlag des Konkurrenten RWE.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp-nrw/sm) - Der Essener Energiekonzern RWE hat im vergangenen Jahr etwas weniger Gewinn gemacht als von Analysten erwartet. Das Nettoergebnis wurde durch eine Sonderabschreibung auf die Wassersparte in Höhe von 759 Millionen Euro belastet, wie das Unternehmen heute mitteilte. RWE hatte im November beschlossen, seine Wassersparte American Water an Finanzinvestoren zu verkaufen oder an die Börse zu bringen.

Das Nettoergebnis stieg den Angaben zufolge um vier Prozent auf 2,23 Milliarden Euro. Analysten hatten mit einer Verbesserung um gut sieben Prozent gerechnet. Das Betriebsergebnis inklusive aller Sondereinflüsse stieg um vier Prozent auf 6,20 Milliarden Euro. Auch beim Umsatz machten sich die Konsolidierungseffekte bemerkbar. Während die Erlöse insgesamt leicht auf 41,8 Milliarden Euro sanken, wurde rein operativ ein Plus von zehn Prozent erwirtschaftet, wie RWE weiter mitteilte.

Für das laufende Jahr stellte RWE eine weitere Steigerung des Betriebsergebnisses und auch des Nettogewinns in Aussicht. Das betriebliche Ergebnis solle zwischen fünf und zehn Prozent wachsen. Beim Nettoergebnis gehe man von einem Anstieg zwischen zehn und 20 Prozent aus, da negative Sondereffekte im neutralen Ergebnis von 2005 nun wegfielen. Der Umsatz wird nach Einschätzung von RWE 2006 etwa auf dem Niveau des Vorjahres bleiben.

Einzelheiten will das Unternehmen auf einer Pressekonferenz am Vormittag mitteilen. Beobachter erwarten hier vor allem Aussagen über künftige Wachstumsmöglichkeiten. Diese Frage hat nach der Übernahmeofferte des Düsseldorfer Konzerns E.ON für die spanische Endesa an Bedeutung gewonnen. Beobachter rechnen damit, dass der RWE-Vorstandsvorsitzende Harry Roels bei der Bilanzvorlage sagt, welche Wachstumsmöglichkeiten er für sein Unternehmen in den internationalen Strom- und Gasmärkten sieht. Im Sog der Spekulationen stieg die im DAX notierte RWE-Aktie deutlich.