Marktzugang verhindert

Abschied vom Wettbewerb: bne kritisiert Gas-Verordnung

Der aktuelle Referentenentwurf zur Verordnung für die Ermittlung von Netznutzungsentgelten im Gasmarkt ist beim Bundesverband Neuer Energieanbieter auf heftige Kritik gestoßen. Grund: Die Ferngaswirtschaft könne nach der im Entwurf vorgesehenen Regelung ihre Entgelte unabhängig von den Kosten kalkulieren.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Nach der Veröffentlichung des aktuellen Referentenentwurfs zur Verordnung für die Ermittlung von Netznutzungsentgelten im Gasmarkt ist für den Bundesverband Neuer Energieanbieter (bne) eines ganz deutlich: Die Bundesregierung blockiert die Öffnung des Gasmarktes.

Die Ferngaswirtschaft könne nach der im Entwurf vorgesehenen Regelung ihre Entgelte unabhängig von den Kosten kalkulieren, d.h. sie dürfe nehmen, was der Markt hergibt, monierte der bne - von dem man lange nichts gehört hat - heute in Berlin. Die örtlichen Verteilerunternehmen sollen sich zwar an ihren Kosten orientieren, sie bekämen mit 7,8 Prozent realer Eigenkapitalverzinsung aber eine Rendite, die die Finanzmärkte nicht einmal Investoren gewähren, die ihr Geld in politisch instabilen Regionen investieren.

"Die Regelungen in der Entgeltverordnung führen zu prohibitiven Netznutzungsentgelten. Die fehlenden Regelungen für den Speicherzugang verstärken die Wettbewerbshürden noch einmal. Der Entwurf der Netzzugangsverordnung ist mit dem Entry-Exit-Modell ein Schritt in die richtige Richtung. Was nützt aber ein Schritt in die richtige Richtung, wenn ein Marathonlauf vor mir liegt. Offensichtlich ist Deutschland nicht in der Lage, seinen Gasmarkt zu liberalisieren. Alle Hoffnungen ruhen nun auf der nächsten Initiative aus Brüssel", kommentiert denn auch bne-Chef Henning Borchers enttäuscht.

Weiterführende Links
  • Hier klicken für den Download des Referentenentwurfs