MOX

Abriss von Hanauer Atomfabrik geht in die letzte Phase

Das Hessische Umweltministerium hat der Siemens AG die letzte von vier Teilgenehmigungen zum Rückbau des 1991 stillgelegten Werks erteilt. Die Genehmigung umfasst unter anderem den Abriss von Gebäuden und die Freigabe des Anlagengeländes für eine konventionelle Nutzung, hieß es.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Hanau/Wiesbaden (ddp-hes/sm) - Der Abriss der alten MOX-Brennelementefabrik in Hanau geht in die Endphase. Das Hessische Umweltministerium hat nach Angaben vom Freitag der Siemens AG die letzte von vier Teilgenehmigungen zum Rückbau des 1991 stillgelegten Werks erteilt. Die Genehmigung umfasse unter anderem den Abriss von Gebäuden und die Freigabe des Anlagengeländes für eine konventionelle Nutzung, hieß es. Nach den derzeitigen Planungen werde das Stilllegungsverfahren Mitte nächsten Jahres abgeschlossen sein.

Die 1969 in Betrieb gegangene Fabrik, in der wieder aufgearbeitete Brennelemente aus La Hague und Sellafield zu Brennstäben vor allem für deutsche Atomkraftwerke verarbeitet wurden, war in den siebziger Jahren zunächst als Hochtechnologie gepriesen worden. In den 80er Jahren geriet die Anlage, damals im Besitz der Firma Alkem, wegen Sicherheitsmängeln in die Kritik. 1991 verbot der damalige hessische Umweltminister Joschka Fischer (Grüne) den weiteren Betrieb.

1992 sollte eine neue Mischoxyd-(MOX-)Anlage die stillgelegte Atomfabrik ersetzen. Die neue Anlage ging jedoch unter anderem wegen des Widerstands von Anwohnern nie in Betrieb. Versuche, die neue Fabrik nach Russland und China zu exportierten, scheiterten.

Die Vorbereitungen für den Rückbau der Vorgängeranlage begannen 1996. 2001 erteilte das Land die erste der vier Teilgenehmigungen zur Demontage. Radioaktiv verseuchte Teile, die beim Abriss anfielen, werden vor Ort in Spezialfässern zwischengelagert bis ein Endlager gefunden ist.

Nach dem Ende der Demontage der Plutoniumfabrik soll das Gelände als "Technologie-Park Hanau" für gewerbliche Ansiedlungen zur Verfügung stehen.