Expertenmeinung

90 Prozent des Stroms für Europa aus Erneuerbaren

Mit dem Import von Sonnen- und Windstrom aus Afrika könnten nach Ansicht des Club of Rome innerhalb einer Generation 90 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Quellen stammen. Damit sei auch das Problem der CO2-Emissionen gelöst, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft des Club of Rome, Max Schön.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin (afp/red) - Eine Gruppe großer deutscher Unternehmen prüft derzeit ein Vorhaben, mit Sonnen- und Windkraft Strom in Nordafrika zu erzeugen und über neue Leitungen nach Europa zu transportieren. Der Club of Rome, eine Art Denkfabrik für nachhaltiges Wirtschaften, ist an dem Projekt beteiligt.

Technisch möglich

Technisch sei ein solches Projekt nachgewiesenermaßen möglich, sagte Schön. Haupthindernis für derartige Pläne "sind eigentlich die Gedanken bei uns im Kopf". "Bisher war es für die Phantasie des Menschen noch einfacher, ein Loch zu bohren, Öl rauszuholen und ein Feuer zu machen wie er es früher mit Holz gemacht hat." Schön wies auch Bedenken zurück, die nordafrikanischen Staaten könnten unsichere Energielieferaten sein. Mit den heutigen Gas-, Kohle- und Öllieferungen "sind wir natürlich auch unheimlich verwundbar".

Hohe Investitionen

Auch sei die voraussichtlich notwendige Investitionssumme von 400 Milliarden Euro nicht zu hoch, sagte Schön. Sie erstrecke sich über einen Zeitraum von 30 Jahren, innerhalb dessen "ohnehin jedes Kraftwerk dieser Welt erneuert werden" müsse. "Und wenn wir dann sagen, wir ersetzen ein altes konventionelles Kraftwerk durch neue Solarkraftwerke und Windkraftwerke, dann ist da eine Investitionssumme, die wir ohnehin tätigen müssen."