Strom für 900 Haushalte

90.000 Quadratmeter große Solaranlage in Ramstein eingeweiht

Im Ramstein in Rheinland-Pfalz steht die derzeit weltgrößte auf einem Dach montierte Solaranlage in Leichtbauweise. Umweltministerin Conrad betonte im Rahmen der Einweihung, dass insbesondere auf Gewerbegebäuden noch reichlich Fläche zur Nutzung der Sonnenenergie bereit ständen.

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Ramstein (ddp-rps/sm) - Die Anlage sei ein weiterer Baustein auf dem Weg, "die Energieerzeugung im eigenen Land auszubauen, den Anteil Erneuerbarer Energien zu erhöhen und die Abhängigkeit von Energieimporten zu verringern", sagte Umweltministerin Margit Conrad (SPD) bei der Einweihung am Donnerstag.

Insbesondere auf gewerblich genutzten Gebäuden im Land stünden große Dachflächen zur Verfügung, die für Photovoltaikanlagen genutzt werden könnten. "Wir müssen unsere Dächer und Fassaden zu Kraftwerken machen", forderte die Ministerin.

Die Anlage in Ramstein besteht aus mehr als 37.000 sogenannten Dünnschichtmodulen, die auf der 90.000 Quadratmeter großen Dachfläche einer Lagerhalle montiert worden sind. Damit sollen künftig rund 2,4 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr produziert werden, was nach Angaben der Herstellerfirma in etwa dem jährlichen Stromverbrauch von 900 Zwei-Personen-Haushalten entspricht.

Nach Angaben des Umweltministeriums kann mit der Anlage bei der derzeitigen Einspeisevergütung ein Erlös von 1,1 Millionen Euro im Jahr erwirtschaftet werden. Zugleich würden über 2000 Tonnen an CO2-Emissionen im Jahr eingespart.

Errichtet wurde die 9,5 Millionen Euro teure Anlage im Auftrag eines britischen Unternehmens. Die Dünnschichtmodule stammen von der US-amerikanischen Herstellerfirma First Solar, die in Mainz ihren deutschen Vertriebssitz hat und überdies ein Werk in Frankfurt an der Oder betreibt.

Bei der Dünnschicht-Technologie wird eine hauchdünne Schicht eines Halbleitermaterials auf den Träger - im konkreten Fall eine Glasplatte - aufgedampft. Dies sei in der Herstellung günstig. Wegen des um rund 30 Prozent niedrigeren Wirkungsgrads werde allerdings, um die gleiche Strommenge zu produzieren, mehr Fläche benötigt als bei der herkömmlichen Wafer-Technologie, hieß es.