Vattenfall-Bergbau

78 Haushalte von Umsiedlung durch Tagebau Nochten betroffen

78 Haushalte sind von einer Umsiedlung durch den erweiterten Abbaubereich des Tagebaus Nochten in Ostsachsen betroffen. Diese befinden sich in den Gemeinden Trebendorf und Schleife, wie der Betreiber, der Energiekonzern Vattenfall Europe AG, am Freitag in Cottbus mitteilte.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Cottbus (ddp-lsc/sm) - Die Umsiedlung soll "sozialverträglich" geschehen. Der Tagebau gehört zum Braunkohlekraftwerk Boxberg. Vattenfall will die Erweiterungsarbeiten in Boxberg 2006 oder 2007 aufnehmen. Die Inbetriebnahme der 800 Millionen Euro teuren Anlage ist für 2011 vorgesehen.

Der Konzern hat den Betroffenen einen Plan vorgestellt, der die sozialen Belange mit möglichen Folgen der Umsiedlung berücksichtigen soll. Im Herbst soll der Plan zur Umsiedlung beschlossen werden. Die Gemeinden wollen demnächst einen Forderungskatalog vorlegen.

Wie der für die Stromerzeugung zuständige Vattenfall-Einheit Europe Mining & Generation heute mitteilte, konnten im vergangenen Geschäftsjahr 83,1 Terawattstunden Strom (Vorjahr: 85,2 Terawattstunden) sowie 2,96 Terawattstunden Wärme (Vorjahr: 2,91 Terawattstunden) abgesetzt werden. "Sicherheit in der Versorgung garantieren 13 353 Megawatt installierter Kraftwerksleistung in einem breit gefächerten Erzeugungsmix aus Braunkohle, Kernenergie, Steinkohle, Heizöl, Erdgas sowie Wasserkraft und anderen erneuerbaren Energieträgern", kommentierte der Sprecher des Vorstandes von Vattenfall Europe Mining & Generation, Reinhardt Hassa. Die Bauprojekte für neue Kraftwerksblöcke in Boxberg und Moorburg seien auf gutem Wege.

An der Fördermenge von 59,4 Millionen Tonnen Rohbraunkohle (Vorjahr: 59,0 Millionen Tonnen) haben laut Hassa alle vier aktiven Tagebaue Jänschwalde, Cottbus-Nord, Welzow-Süd sowie Nochten ihren Anteil. "Um diese Fördermenge aufrecht zu erhalten und um den geplanten Boxberger Kraftwerksblock mit Brennstoff zu versorgen, soll ab 2010 der ruhende Tagebau Reichwalde mit einer Förderkapazität von bis zu 14 Millionen Tonnen Rohbraunkohle wieder in Betrieb genommen werden", erläuterte das Vorstandsmitglied für das Ressort Bergbau, Dr. Hartmuth Zeiß. Knapp 54,1 Millionen Tonnen der geförderten Rohbraunkohle gingen 2005 unmittelbar in die Braunkohlenkraftwerke der Geschäftseinheit, etwa vier Prozent der geförderten Rohbraunkohle sind am Veredlungsstandort Schwarze Pumpe weiterverarbeitet worden.