Umfrage

70 Prozent sind gegen neue Kohlekraftwerke in NRW

Kurz vor der Landtagswahl zeigt sich eine breite Mehrheit der Menschen in Nordrhein-Westfalen skeptisch gegenüber neuen Kohlekraftwerken. Dies ist das zentrale Ergebnis einer repräsentativen Emnid-Umfrage, die vom Kampagnen-Netzwerk Campact in Auftrag gegeben wurde.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Düsseldorf/Berlin (afp/red) - Knapp 70 Prozent der Befragten sprachen sich gegen neue Kohlekraftwerke aus. Selbst unter CDU-Anhängern lag der Anteil den Angaben zufolge deutlich über 50 Prozent, bei der FDP-Klientel sogar bei 66 Prozent.

Ein von der Klima-Allianz getragenes Aktionsbündnis aus Kirchen sowie Umwelt- und Entwicklungsorganisationen engagiert sich für ein Klimaschutzgesetz in NRW. Damit soll sichergestellt werden, dass die Treibhausgas-Emissionen in NRW bis zum Jahr 2050 um 95 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 gesenkt werden. Zu den wichtigsten Maßnahmen zählen die zügige Erarbeitung eines verbindlichen Klimaschutzplans, die schrittweise Umstellung der öffentlichen Energieversorgung auf erneuerbare Energien sowie der Verzicht auf den Bau neuer Braun- und Steinkohlekraftwerke.

Unterdessen hat die Hilfs- und Entwicklungsorganisation Oxfam die Unternehmenspolitik des deutschen Energieriesen Eon scharf kritisiert. Der Konzern setze auf Erhalt und Ausbau der fossilen Stromerzeugung etwa mit Kohle, erklärte die Organisation am Donnerstag in Berlin. Gut ein Drittel des erzeugten Stroms stamme aus Kohlekraft, und die 21 deutschen Eon-Kohlekraftwerke stießen knapp 40 Millionen Tonnen des Klimagases Kohlenstoffdioxid (CO2) pro Jahr aus. Damit trügen sie zur Verstärkung des Treibhauseffektes bei, erklärte Oxfam.

Eon blockiere durch seine Unternehmenspolitik "die dringend notwendige Umorientierung der Energiebranche hin zu mehr Klimafreundlichkeit", warf Oxfam-Klimaexpertin Ann-Kathrin Schneider dem Konzern vor. Sie kritisierte insbesondere, dass Eon derzeit ein neues Kohlekraftwerk baue und zwei weitere plane. Die Organisation legte die Zahlen in einem Bericht anlässlich der Hauptversammlung des Energiekonzerns am Donnerstag in Essen vor.