Unbezahlbar

600.000 Haushalte pro Jahr bekommen den Strom abgestellt

Das Thema Energiearmut betrifft immer mehr Menschen; die stark steigenden Strompreise bringen arme Bundesbürger offenbar zunehmend in Bedrängnis. Bei 600.000 Haushalten und damit mehr als einer Million Menschen pro Jahr werde wegen nicht bezahlter Rechnungen der Strom abgestellt, so eine Umfrage.

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Berlin (dapd/red) - Das berichtete die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf eine Umfrage von Verbraucherschützern. "Zehn bis 15 Prozent der Bevölkerung kämpfen damit, die stetig steigenden Energiekosten zu finanzieren", zitierte das Blatt den Vorstand der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, Klaus Müller.

Strompreise um zehn Prozent gestiegen

Die Präsidentin des Sozialverbandes VdK, Ulrike Mascher, warf demnach der Bundesregierung vor, "die soziale Dimension der Energiewende nicht im Blick" zu haben. Der "WamS" zufolge stiegen die Strompreise im vergangenen Jahr um mehr als zehn Prozent.

Wechsel des Stromanbieters erschwert

Zusätzliches Problem: Viele Bedürftige stecken nach wie vor in der teuren Grundversorgung, da sie nicht ohne weiteres den Anbieter wechseln können. Denn die meisten überregionalen Anbieter checken die Bonität ihrer potenziellen Kunden, wozu nicht nur eventuelle Schulden oder der Bezug von Transferleistungen gehören, sondern auch weiche Faktoren wie die Wohnlage oder das Lebensalter, die für schlechtere Scoring-Werte sorgen. Deshalb können viele interessierte Kunden nicht wechseln, obwohl sie es gern würden.