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11.01.2010, 09:09 Uhr

Strom-News

Windenergie

60 Prozent des Strombedarfs aus regenerativen Quellen

In Mecklenburg-Vorpommern kann in diesem Jahr etwa 60 Prozent des landesweiten Strombedarfs aus regenerativen Energiequellen gewonnen werden. Das Gros davon entfällt auf die Nutzung der Windenergie - was auch den Gemeinden zugute kommt, die deutlich mehr Gewerbesteuer einnehmen als früher.

Rostock (ddp/red) - Rund zwei Drittel des so gewonnenen Stroms entfielen auf die Nutzung der Windenergie, sagte der Vizepräsident des Bundesverbandes Windenergie, Andreas Jesse, am Freitag in einem Interview mit der Nachrichtenagentur ddp.

Im Nordosten Deutschlands sind inzwischen 1295 Windkraftanlagen einer Leistung von 1442 Megawatt am Netz. Allerdings sei 2009 das schlechteste Windjahr seit 2004 gewesen, sagte Jesse. Allein im vergangenen Jahr seien 49 Anlagen mit einer installierten Leistung von 95 Megawatt neu errichtet worden, fast doppelt so viele wie ein Jahr zuvor.

"Würden die geplanten neuen Eignungsräume in unserem Bundesland zügig bearbeitet, so wären in den nächsten zwei Jahren Investitionen von mehr als 1,5 Milliarden Euro im Windkraftbereich möglich", unterstrich Jesse. Dies käme einem Konjunkturprogramm gleich, zum Nutzen auch späterer Generationen. Um dieses Klimaschutzprojekt umzusetzen, bedürfe es jetzt jedoch dringend der personellen Unterstützung der Raumordnungsbehörden.

Der Experte verwies darauf, dass zunehmend auch die Gemeinden von der Nutzung der Windkraft profitierten. So würden jährlich pro Megawatt installierter Leistung rund 5000 Euro an Gewerbesteuerzahlungen fällig. Alle Gemeinden zusammen könnten somit jährlich mit über 7,2 Millionen Euro Gewerbesteuerertrag rechnen.

Auch im Bereich der Nutzung der Photovoltaik habe der Nordosten 2009 erheblich zugelegt. Mit der Installation von 778 neuen Anlagen sei die Gesamtleistung auf inzwischen über 82 Megawatt gestiegen. "Damit können wir mehr als ein Prozent des landesweiten Strombedarfs mit Sonnenenergie produzieren." Das im Bereich der regenerativen Energien wenig ambitionierte Konzept der Landesregierung "Energieland 2020" sehe den Ausbau aber nur auf 150 Megawatt Gesamtleistung bis zum Jahr 2020 vor, kritisierte Jesse. "Dieses Ziel werden wir mit großer Sicherheit schon in zwei Jahren erfüllt haben." Tatsächlich dürften 2020 schätzungsweise über 500 Megawatt Photovoltaikanlagen am Netz sein.

Der Betrieb der vorhandenen Biogasanlagen mit einer Gesamtleistung von über 200 Megawatt reiche bereits aus, um ein Fünftel des Strombedarfs im Nordosten zu decken, sagte Jesse.

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