Sanierungsbedarf

60 Prozent der Energie geht für Heizkosten drauf

Rund 60 Prozent der Energie in Hessen wird nach Angaben des Umweltministeriums für das Heizen und das Erwärmen von Wasser verbraucht. Das zeigt, wie groß der Bedarf in punkto Gebäudesanierung ist - doch in Berlin wurden die entsprechenden Verhandlungen gerade auf Eis gelegt.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Wiesbaden/Berlin (dapd/red) - "Wenn wir Energie sparen wollen, müssen wir bei der Sanierung von Gebäuden ansetzen", sagte Umweltministerin Lucia Puttrich (CDU) am Donnerstag anlässlich des Hessischen Energieberatertages in Frankfurt.

Heizkosten durch Sanierung sparen

Sowohl bei Neubauten als auch im Gebäudebestand bestehen nach Ansicht der Ministerin erhebliche Potenziale zur Energieeinsparung. Die Landesregierung habe es sich daher zum Ziel gesetzt, die jährliche Sanierungsquote von Gebäuden von derzeit 0,75 Prozent auf mindestens 2,5 Prozent zu erhöhen.

Berliner Hängepartie bei der Gebäudesanierung

Die stockenden Verhandlungen um ein Gesetz zur Förderung der Gebäudesanierung führen nach Ansicht der Öko-Energiebranche zu "massiver Verunsicherung bei tausenden von Handwerksbetrieben". Besonders mittelständische Unternehmen würden "durch die seit Monaten andauernde Hängepartie im Stich gelassen", sagte der Geschäftsführer des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE), Björn Klusmann, am Mittwoch in Berlin.

Keiner will die Kosten übernehmen

Der Bedarf ist unstrittig, und die Zahlen zum Anteil der Heizkosten am Energieverbrauch sind auch nicht neu. Die Geldfrage steht im Fokus: Bund und Länder streiten sich über die Frage, wer welche Kosten übernehmen soll. Am Dienstag waren die Verhandlungen im Vermittlungsausschuss ohne Ergebnis geblieben. Der BEE sprach von "fehlendem Einigungswillen".