500 Prozent Nachfragesteigerung für Solarstrom-Anlagen

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com
Ein großer Schritt für die Bundesregierung, ein Meilenstein für die Solarenergie: Zum einjährigen Bestehen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) zieht die Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft e.V. (UVS) positive Bilanz. Die Nachfrage nach Solarstrom-Anlagen habe sich im vergangenen Jahr verfünffacht. Das EEG, das eine Mindestvergütung von 99 Pfennig je eingespeister Kilowattstunde Solarstrom vorschreibt, war am 1. April 2000 in Kraft getreten. Zahlreiche Eigenheimbesitzer haben seitdem Fotovoltaik-Anlagen auf ihren Dächern errichtet.


"Die Bundesregierung hat mit dem EEG den Einstieg ins Solarzeitalter geschafft", freut sich auch UVS-Geschäftsführer Carsten Körnig. "Damit hat Deutschland eine gute Chance, wieder Anschluss an den Weltmarkt für Fotovoltaik zu finden. Das Gesetz ist umwelt- und industriepolitisch wegweisend." Noch sind die führenden Solarunternehmen in den USA und Japan beheimatet. Angesichts der verbesserten Förderung durch das EEG rechnet die deutsche Solarbranche jetzt jedoch mit einem weiteren Wachstumsschub: Große Unternehmen planen gegenwärtig in Deutschland den Bau neuer Solarzellen- und Modulfabriken. Die Dünnschichttechnologie befindet sich kurz vor der industriellen Serienfertigung. Massenproduktion und neue Technologien werden die Preise für Solarstrom-Anlagen schon bald deutlich senken.


Deshalb forderte die UVS Bundeskanzler Gerhard Schröder auf, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen und kurzfristig eine Anschlussregelung für die attraktive Solarvergütung zu finden. Gemäss EEG müsse sie spätestens dann greifen, sobald mehr als 350 Megawatt (MW) Solarstrom am Netz sind. Nach UVS-Schätzungen dürfte die Hälfte dieses Etappenziels bald erreicht sein. "Das EEG ermöglicht und sichert Milliardeninvestitionen der Wirtschaft in moderne Produktionstechnik und ebnet so den Weg ins Solarzeitalter. Die erneute Debatte um die Atomkraft zeigt, wie notwendig der Ausbau der Fotovoltaik ist", bilanziert Körnig. Nur mit den weithin akzeptierten Erneuerbaren Energien sei es nach seiner Auffassung möglich, einen gesellschaftlichen Konsens in der Stromfrage zu erreichen.