Gesundheitliche Schäden

280 Ärzte unterschreiben gegen Bau von Kohlekraftwerk

Eine Ärzteinitiative aus Saarlouis hat eine Unterschriftenaktion gegen den geplanten Neubau eines Kohlekraftwerks in Ensdorf gestartet. Damit wollen die Mediziner vor den gesundheitlichen Schäden für die Region warnen, die durch die zusätzlichen Emissionen verursacht werden.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Saarlouis (ddp-rps/sm) - In den ersten vier Wochen hätten bereits 280 Mediziner den Aufruf unterzeichnet, sagte Kinderchirurg Uwe Specht als Initiator am Donnerstag in Saarlouis. Mit der Unterschriftenaktion warnen die Mediziner vor den Folgen zusätzlicher Emissionen durch das geplante Kraftwerk für die gesamte Region. Durch die Schadstoffmengen seien "erhebliche zusätzliche Schäden für die Umwelt und die Patienten" zu befürchten.

Bereits jetzt sei insbesondere die Region Saarlouis-Dillingen stark durch den industriellen Schadstoffausstoß betroffen, sagte Specht. Er warnte, dass sich gesundheitliche Folgen erst in "10, 20 oder 30 Jahren" einstellten. "Dies betrifft also unsere Kinder", fügte er hinzu.

Am Standort Ensdorf plant RWE den Neubau eines Kohlekraftwerks mit zwei Blöcken mit jeweils 800 Megawatt Leistung. Die Investitionen sollen rund zwei Milliarden Euro betragen.