Anträge liegen vor

25 Thüringer Stromversorger wollen Preise erhöhen

Die meisten der 29 Thüringer Stromversorger haben beim Wirtschaftsministerium einen Antrag auf Erhöhung der Strompreise gestellt. Dabei geht es laut Wirtschaftsminister Reinholz um Steigerungen um bis zu zwölf Prozent. Reinholz betonte, dass noch kein Antrag genehmigt wurde.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Erfurt (ddp-lth/sm) - 25 von 29 Thüringer Stromversorgern haben bisher beim Wirtschaftsministerium Anträge auf eine Erhöhung der Strompreise eingereicht. Das Spektrum der Preiserhöhungen reiche bis zu 2,4 Cent je Kilowattstunde oder 12 Prozent, sagte Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz (CDU) am Donnerstag im Landtag in Erfurt. Lediglich ein Unternehmen wolle auf eine Strompreiserhöhung verzichten.

Reinholz räumte ein, dass "einige der teuersten Stromanbieter ihren Sitz im Freistaat" haben. Bei den Gaspreisen sei die Situation zwar etwas günstiger, "aber keinesfalls zufrieden stellend". Thüringen liege beim Gas geringfügig unter dem Durchschnitt der neuen Länder. Die Gründe dafür seien jedoch "vielfältig und komplex". Sie reichten vom weltweit wachsenden Energiebedarf bis hin zu einer "von der Bundesregierung über Jahre verschleppten Marktöffnung im Energiesektor".

Die Schaffung einer landeseigenen Regulierungsbehörde lehnte Reinholz ab. Die Regulierungsaufgaben sollten vielmehr von der Bundesnetzagentur mit abgedeckt werden. Dies verspreche "Regulierung aus einer Hand", betonte der Minister. Zudem könne dadurch der Verwaltungsaufwand des Landes reduziert werden.

Gleichzeitig gab Reinholz bekannt, dass in diesem Jahr vom Wirtschaftsministerium noch kein Antrag auf eine Erhöhung der Stromtarife genehmigt wurde. Im Gasbereich seien indes Kartellverfahren gegen sieben Stadtwerke im Freistaat eingeleitet worden. Mit sechs Gasversorgern hätten einvernehmliche Regelungen geschlossen werden können. Im Fall der Stadtwerke Gotha werde das Ministerium niedrigere Gaspreise per Verfügung durchsetzen müssen.