Effizienzziele verfehlt

2005: Schweiz verbraucht 2,1 Prozent mehr Strom

Der Elektrizitätsverbrauch der Schweiz ist im Jahr 2005 um 2,1 Prozent auf 57,3 Milliarden Kilowattstunden gestiegen. Die einheimischen Kraftwerke erzeugten mit 57,9 Milliarden Kilowattstunden 8,8 Prozent weniger Strom als im Vorjahr. Damit verzeichnete die Schweiz erstmals einen Importüberschuss.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Bern (red) - Der Elektrizitätsverbrauch stieg im Jahr 2005 mit 57,3 Milliarden Kilowattstunden damit auf einen neuen Höchstwert. Laut Schweizer Bundesamt für Energie (BFE) haben vorallem die konjunkturelle Entwicklung und das Bevölkerungswachstum dazu beigetragen.

Die Elektrizitätsproduktion des schweizerischen Kraftwerkparks sank 2005 gleichzeitig um 8,8 Prozent auf 57,9 Milliarden Kilowattstunden. Die Wasserkraftanlagen erzeugten bei unterdurchschnittlichen Produktionsverhältnissen etwa 6,7 Prozent weniger Elektrizität als im Vorjahr, wobei die Abnahme bei den Laufkraftwerken 6,5 Prozent und bei den Speicherkraftwerken 6,9 Prozent betrug.

Die Stromproduktion der Kernkraftwerke sank um 13,4 Prozent auf 22,0 Milliarden Kilowattstunden, was auf den Stillstand des Kernkraftwerks Leibstadt von April bis August 2005 zurückzuführen ist. Aus diesem Grund sank auch die Verfügbarkeit der fünf schweizerischen Kernkraftwerke auf 78,3 Prozent. Am gesamten Elektrizitätsaufkommen waren die Wasserkraftwerke zu 56,6 Prozent, die Kernkraftwerke zu 38,0 Prozent sowie die konventionell-thermischen und anderen Anlagen zu 5,4 Prozent beteiligt.

Wie aus den BFE-Angaben weiter hervor geht, überstieg die Landeserzeugung den Inlandbedarf, woraus sich bei Importen von 47,1 Milliarden Kilowattstunden und Exporten von 40,7 Milliarden Kilowattstunden ein Importüberschuss von 6,4 Milliarden Kilowattstunden ergab.

Gleichzeitig teilte das BFR mit, dass die umfassende Effizienzstrategie des Programms "EnergieSchweiz" bisher nicht eingehalten wurde. Gemäß ihren Zielen sollte der Stromverbrauch zwischen 2000 und 2010 um höchstens fünf Prozent zunehmen, seit 2000 ist er aber bereits um 9,5 Prozent angestiegen. Trotzdem soll für 2006 bis 2010 an diesem Ziel grundsätzlich festgehalten werden. Um es zu erreichen, seien deutlich stärkere Anstrengungen zur rationellen Elektrizitätsverwendung nötig. Dazu sollen insbesondere die energieEtikette, strengere Zulassungsbestimmungen für Haushaltgeräte, Zielvereinbarungen mit der Energie-Agentur der Wirtschaft , die kantonalen Energiegesetze und Förderprogramme aber auch die Effizienzanstrengungen einzelner Energieversorger beitragen. Eine umfassende Effizienz-Strategie von EnergieSchweiz ist momentan in Bearbeitung und soll ab 2007 die Effizienzpolitik verstärken.