Heißer Sommer

2003: Anteil der erneuerbaren Energien in Baden-Württemberg gesunken

Nach vorläufigen Erhebungen des Statistikamtes wurden 2003 in Baden-Württemberg fast 5,5 Milliarden Kilowattstunden Strom aus erneuerbaren Energieträgern erzeugt. Lauf- und Speicher-Wasserkraftwerke hatten dabei einen Anteil von 84 Prozent. Durch den trockenen Sommer sank jedoch der Anteil an der gesamten Stromerzeugung.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Stuttgart (ddp-bwb/sm) - Der Anteil der erneuerbaren Energien an der gesamten Stromerzeugung in Baden-Württemberg ist im vergangenen Jahr von neun auf knapp acht Prozent gesunken. Grund dafür ist die geringere Nutzung der Wasserkraft im extrem trockenen Sommer 2003, wie das Statistische Landesamt am Montag mitteilte.

Umweltminister Stefan Mappus (CDU) sagte auf Grundlage dieser Zahlen, auf dem Weg zu einer nachhaltigen Energieversorgung müsse auch die Kernenergie mit in Betracht gezogen werden. Gebraucht werde künftig ein breit gestreuter Energiemix.

Nach vorläufigen Erhebungen des Statistikamtes wurden 2003 fast 5,5 Milliarden Kilowattstunden Strom aus erneuerbaren Energieträgern erzeugt. Lauf- und Speicher-Wasserkraftwerke hatten dabei einen Anteil von 84 Prozent. Im Vergleich zu 38,7 Milliarden Kilowattstunden Strom aus Atomenergie spiele dieser Sektor nur eine geringe Rolle. Allerdings entwickelten sich die erneuerbaren Energien, auch wegen staatlicher Förderung, besonders dynamisch. Aus Deponiegas werde heute acht Mal so viel Strom erzeugt wie 2001. Im selben Zeitraum habe auch die Nutzung der Wind- und der Sonnenkraft deutlich zugenommen.

Mappus forderte auf einer Fachkonferenz in Stuttgart eine grenzüberschreitende Einigung auf Energiekonzepte, um den Treibhauseffekt, der vor allem durch die Verbrennung fossiler Energieträger gefördert wird, eindämmen zu können. In Deutschland seien bis 2020 Investitionen in neue Kraftwerke von 250 Milliarden Euro erforderlich. Dafür bräuchten die Energieversorger Planungssicherheit.