Statistik

2002: Schwache Konjunktur und milde Witterung drücken Primärenergieverbrauch

Die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen hat ihre Statistik zum Primärenergieverbrauch im vergangenen Jahr vorgelegt. Während weniger Mineralöl, Erdgas, Braunkohle und Uran in Energie umgewandelt wurde, stieg der Verbrauch von Braunkohle und die Erzeugung von Strom aus Wasser und Windkraft. Insgesamt ging der Primärenergieverbrauch um 1,9 Prozent zurück.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Der Primärenergieverbrauch in Deutschland betrug im Jahr 2002 nach ersten Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen 488,5 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten. Das waren 1,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Die im Vergleich zum Vorjahr deutlich mildere Witterung und die schwache konjunkturelle Entwicklung - die Gesamtwirtschaft wuchs 2002 gegenüber 2001 nur um 0,2 Prozent - haben laut Arbeitsgemeinschaft zu diesem Ergebnis beigetragen.

Mineralölverbrauch sank

Der Mineralölverbrauch sank insgesamt um 3,7 Prozent auf 183,2 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten. Die Entwicklung sei vor allem durch den kräftigen Absatzrückgang bei leichtem Heizöl (minus 11 Prozent) bestimmt gewesen. Ursache hierfür war in erster Linie die wärmere Witterung, aber auch ein Abbau von Lagerbeständen. Der Verbrauch von Ottokraftstoff nahm ab (minus drei Prozent). Dagegen blieb der Verbrauch von Dieselkraftstoff nahezu unverändert.

Weniger Erdgas, weniger Steinkohle

Der Erdgasverbrauch war mit 106,2 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten knapp unter dem Vorjahresniveau (minus 0,4 Prozent). Maßgeblich hierfür sei bei schwacher wirtschaftlicher Entwicklung insbesondere die mildere Witterung gewesen. Im Haushaltssektor hätten die temperaturbedingten Verbrauchsrückgänge nicht durch Zugewinne bei neuen erdgasbeheizten Wohnungen ausgeglichen werden können. Rückläufig war auch der Erdgaseinsatz im Kraftwerkssektor. Der industrielle Erdgaseinsatz nahm leicht zu. Der Verbrauch von Steinkohlen war im Jahr 2002 mit 64,3 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten um 2,3 Prozent niedriger als vor einem Jahr. Ursächlich dafür war der Rückgang beim Einsatz in der Elektrizitätswirtschaft.

Mehr Braunkohle und Wind, Rückgang der Kernenergie

Der Braunkohlenverbrauch verzeichnete eine Zunahme um 1,8 Prozent auf 56,6 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten. Die höhere Verfügbarkeit der Kraftwerke sowie die Inbetriebnahme des neuen Kraftwerks Niederaußem führten zu höheren Lieferungen an die Kraftwerke der allgemeinen Versorgung. Die Stromerzeugung der Kernkraftwerke war um 3,9 Prozent niedriger als im Vorjahr. Der Beitrag der Wasserkraftwerke stieg um etwa zwei Prozent und derjenige der Windkraftanlagen um mehr als 50 Prozent. Der Verbrauch von sonstigen Energieträgern (in erster Linie Brennholz und andere erneuerbare Energieträger) nahm gegenüber 2001 um knapp zwei Prozent zu.