Strom-News
EnergiearmutViele Hartz-IV-Empfänger können ihre Stromrechnungen nicht mehr bezahlen. Deshalb haben die Energieversorger im vergangenen Jahr nach Schätzungen des Paritätischen Gesamtverbands rund 200.000 Langzeitarbeitslosen den Strom gesperrt. Das berichtet das ARD-Politikmagazin "Report Mainz" in seiner Ausgabe vom Dienstag.
Die Stromrechnung wird immer mehr zur Belastung.
(Foto / Abb.: Fotolia.com)Mainz (dapd/red) - Der Verbandsgeschäftsführer Ulrich Schneider sagte dem Magazin: "Wir haben mittlerweile eine Unterdeckung, die kann im Jahr bei einem Vier-Personen-Haushalt bis zu 150 Euro betragen. Das Geld haben die Menschen nicht."
Das Bundessozialministerium dagegen sagte dem Magazin, die Strompreiserhöhungen seien bei der Berechnung des aktuellen Regelsatzes pauschaliert berücksichtigt.
Im vergangenen Sommer hatte das Verbraucherportal Verivox berichtet, dass bedürftige Haushalte oft sehr hohe Strompreise bezahlen müssen, für welche die staatlichen Zuwendungen nicht reichen. Das liegt nicht zuletzt daran, dass vielen Bedürftigen aufgrund ihrer eingeschränkten Bonität der Anbieterwechsel erschwert wird.
Der Newsletter von Strom-Magazin.de
Bekommen Sie kostenlos jeden Mittwoch aktuelle News vom Strom- und Gasmarkt direkt in Ihr Postfach! Jetzt anmelden:
Bundesumweltminister Peter Altmaier will, dass Strom auch künftig bezahlbar bleibt. Menschen sollten nicht aus Preisgründen überlegen, ob sie die Beleuchtung anschalten, sondern aus Umweltschutzgründen. Zudem will der neue Umweltminister die Frage nach der Kürzung der Solarförderung noch vor der Sommerpause vom Tisch haben.
Die Energiewende bietet nach Ansicht von Wissenschaftlern große Chancen für Deutschland. "Angesichts unserer unglaublichen Innovationskraft birgt die sinnvolle Nutzung der erneuerbaren Energien ein Riesenpotenzial", sagte Joachim Knebel vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT), der Nachrichtenagentur dapd.
Das Thema Energiearmut betrifft immer mehr Menschen; die stark steigenden Strompreise bringen arme Bundesbürger offenbar zunehmend in Bedrängnis. Bei 600.000 Haushalten und damit mehr als einer Million Menschen pro Jahr werde wegen nicht bezahlter Rechnungen der Strom abgestellt, so eine Umfrage.
Die erneuerbaren Energien könnten Strom in diesem Jahr einem Bericht zufolge noch einmal deutlich teurer machen. Die EEG-Umlage zur Förderung von Strom aus regenerativen Quellen könnte in diesem Jahr nämlich um ein Drittel steigen. Wenn dem so wäre, würden die Strompreise merklich anziehen.
Sechs von sieben E.on-Netzgesellschaften nehmen ab Juni höhere Preise. Zwischen 4,4 und 7 Prozent sollen sich die Preissteigerungen bewegen; am dicksten kommt es für Kunden in Schleswig-Holstein. Knapp sechseinhalb Millionen Haushalte sind in mehreren Bundesländern von den höheren Strompreisen betroffen.Strompreise vergleichen
Einfach Postleitzahl und jährlichen Stromverbrauch in kWh eingeben und günstige Stromtarife finden!