Soll erfüllt

2000: Stadtwerke Leipzig erwirtschaften 25 Millionen DM Gewinn

Obwohl der Stromumsatz der Stadtwerke Leipzig von 320,9 Millionen DM auf 295 Millionen DM gesunken ist, konnte der ostdeutsche Regionalversorger einen Gewinn von 25 Millionen DM erwirtschaften.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com
Die Stadtwerke Leipzig werden für das Jahr 2000 einen Gewinn von 25,2 Millionen DM (1999: 28,8 Millionen DM) an ihre Gesellschafter Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH (60 Prozent) und Mitteldeutsche Energieversorgung Aktiengesellschaft (40 Prozent) ausschütten. Das Ergebnis hat damit die Erwartungen für das Jahr 2000 erfüllt. Es lag vor Steuern bei 41,6 Millionen DM (1999: 34,1 Millionen DM). Der Umsatz betrug 740 Millionen DM (1999: 744,7 Millionen DM).

Der Stromumsatz sank dagegen auf 295 Millionen DM (1999: 320,9 Millionen DM). Aufgrund der stetig gestiegenen Heizölpreise des vergangenen Jahres seien die an die internationale Energiewirtschaft gekoppelten Gaspreise auch in Leipzig gestiegen und hätten zu höheren Umsätzen geführt. Ähnliches gelte für die Entwicklung im Fernwärmebereich. Die Umsatzsteigerungen bei Gas und Fernwärme hätten die Mindereinnahmen im Stromverkauf kompensiert. Insgesamt wurde ein Gesamtumsatz aus Energieverkauf von 617,3 Millionen DM (1999: 616,8 Millionen DM) erzielt.

"Die Stadtwerke Leipzig bieten konkurrenzfähige Produkte und marktgerechte Preise. Dies haben die Kunden im Jahr 2000 z.B. im Haushalts- und Kleingewerbebereich mit dem Abschluss längerfristiger Stromlieferverträge honoriert", freuten sich die Geschäftsführer Eckhard Janke und Wolfgang Wille auf der jährlichen Bilanzpressekonferenz. Besonders erfolgreiche Produkte seien der zweijährige Treue-Bonus-Vertrag für Haushaltskunden gewesen, der über 60 000 mal abgeschlossen wurde, und der 24-Monats-Vertrag für Gewerbekunden innerhalb der "L-Strom"-Produkte. "Unsere Wachstumsstrategie haben wir auch im Jahr 2000 stringent verfolgt: Rund 120 Gigawattstunden haben die Stadtwerke Leipzig im Umland bis Ende 2000 neu akquirieren können – das sind etwa zehn Prozent unseres Stromabsatzes", bilanzieren die Geschäftsführer. Dabei sei Multi Utility für die Stadtwerke Leipzig als Querverbundunternehmen nie ein Fremdwort gewesen, weil zusätzlich zu den Kernprodukten Strom, Gas, Fernwärme energienahe Dienstleistungen (z.B. Abrechnung, Wartung, Betrieb und Finanzierung von Anlagen) und Energiecontrolling angeboten wurden.

"Auch wenn die Auswirkungen des liberalisierten Strommarktes stark zu spüren sind, herrschten 2000 in Ostdeutschland aber immer noch nicht gleiche Wettbewerbsbedingungen", so Wolfgang Wille. Mit der Bildung der vierten Kraft der deutschen Stromwirtschaft durch die Fusion von HEW, BEWAG, VEAG und LAUBAG sei zu hoffen, dass die wettbewerbsschädliche Braunkohleschutzklausel in Ostdeutschland endlich falle. Für die Stadtwerke Leipzig bedeutete die Braunkohleschutzklausel, dass der Strombezug für das Jahr 2000 nicht durch die Österreichische Verbund AG, die Deutsche Tractebel AG und die KOM-STROM AG erfolgen konnte. Eine weitere negative Auswirkung der Braunkohleschutzklausel: Stromhandel, den die Stadtwerke Leipzig als erster ostdeutscher Teilnehmer seit Juni 2000 an der Leipziger Strombörse LPX betreiben, ist auf die westdeutschen Regelzonen beschränkt.

Zur Ertragsoptimierung würden vor allem die Entwicklung neuer Kundenprodukte innerhalb und außerhalb des eigenen Netzgebietes, der Energiehandel und das Eingehen oder die Gründung von Beteiligungen beitragen. Mit Gründung der L/A/S Leipziger Abrechnungs- und Servicegesellschaft am 1. Oktober 2000 haben die Stadtwerke zusammen mit der AVE, einer Tochter ihres Gesellschafters MEAG, ihr gesamtes Abrechnungsgeschäft außerhalb der Stadtwerke Leipzig. Um die Aktivitäten vor allem im osteuropäischen Ausland weiter zu verstärken, beteiligten sich die Stadtwerke Leipzig im Jahr 2000 mit 25,1 Prozent an der SHH GmbH SystemHaus Hemminger in Esslingen. Weiterhin wurde eine 30-prozentige Beteiligung an der Energieconsulting Heidelberg GmbH erworben. Die Ingenieurfirma mit Sachkompetenz in der Energie- und Umwelttechnologie wird die Stadtwerke Leipzig besonders bei den Auslandsaktivitäten begleiten.