Hohe Emissionen

1500 Menschen demonstrieren gegen Großkraftwerk in Großkrotzenburg

Rund 1500 Menschen haben am Samstag gegen den Bau eines neuen Blocks des Kohlekraftwerks Staudinger in Großkrotzenburg demonstriert. Nach Polizeiangaben liefen die Demonstranten sternförmig von umliegenden Ortschaften zum Kraftwerksgelände, wo am Nachmittag eine Kundgebung stattfand.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Großkrotzenburg (ddp-hes/sm) - Bei der Kundgebung trat unter anderem der SPD-Bundestagsabgeordnete Hermann Scheer als Redner auf. Scheer, der als Schattenminister für Wirtschaft und Umwelt dem so genannten Zukunftsteam von SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti angehört, sagte, es sei nicht zu verantworten, dass der Großraum Frankfurt ständig mit weiteren gesundheitsgefährdenden Emissionen und dem "gigantischen Wasserverbauch von Großkraftwerken" belastet werde. Auch aus klimapolitischen Gründen stehe jetzt eine "energiewirtschaftliche Zeitenwende" hin zu dezentraler Versorgung und erneuerbaren Energien an.

Der SPD-Politiker forderte die Begrenzung des geplanten Kraftwerks auf 300 Megawatt. Die durch den Verzicht auf ein Großkraftwerk verloren gehenden Arbeitsplätze könnten durch ein "regionales Zentrum für Biogasverstromung" in Großkrotzenburg mehr als ersetzt werden.

In Großkrotzenburg will der Energiekonzern E.ON bis 2012 rund 1,2 Milliarden Euro in den Bau eines neuen Kraftwerkblocks investieren. Dadurch soll eines der größten Steinkohlekraftwerke der Welt mit einer Leistung von 1100 Megawatt entstehen. Die neue Anlage soll laut E.ON im Vergleich zu heutigen Kraftwerken 20 Prozent weniger Kohlendioxid ausstoßen.