Stadtwerke in Vertriebsoffensive

12. Euroforum-Jahrestagung "Stadtwerke 2008"

45 hochrangige Vertreter aus Stadtwerken, Politik, Wirtschaft und Verbänden diskutieren auf der Euroforum-Jahrestagung "Stadtewerke 2008" über die Strategien der Stadtwerke in einem zunehmend härteren Wettbewerbsumfeld sowie die regulatorischen und klimapolitischen Vorgaben.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin/Düsseldorf (red) - Immer mehr Stadtwerke antworten auf die bundesweiten Strom- und Gasangebote der großen Energiekonzerne mit eigenen Vertriebsoffensiven. Mit der Marke "Secura" wirbt der Stadtwerke-Verbund MVV Energie seit Anfang des Jahres um Stromkunden. Die Stadtwerke Hannover (Enercity) und Nürnberg (N-Ergie) kündigten für Ende März 2008 den Start der gemeinsamen Billigstrommarkte Clevergy an, mit der in den kommenden fünf Jahren 300.000 bis 400.000 Kunden gewonnen werden sollen. Auch die Stadtwerke München planen mit einem klimafreundlichen Online-Produkt den Eintritt als bundesweiter Stromversorger.

Mit der Strategien der Stadtwerke beschäftigt sich die 12. Euroforum-Jahrestagung "Stadtwerke", die vom 22. bis 24. April 2008 in Berlin stattfindet. Einen Überblick über die allgemeine Marktentwicklung in der Energieversorgung zwischen Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz gibt Hans-Jürgen Cramer, Vorstand von Vattenfall Europe AG. Die Bedeutung der Stadtwerke für die Versorgungssicherheit sowie die Chancen der kommunalen Versorger durch Kooperationen und Fusionen stehen ebenso im Fokus des unabhängigen Branchentreffs. Hans-Joachim Reck, Hauptgeschäftsführer des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU), betont die Bedeutung horizontaler Kooperationen und zeigt Wege zur Erhaltung der wirtschaftlichen Handlungsfähigkeit von Stadtwerken auf.

Der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, beschreibt die Folgen der Regulierung auf europäischer und nationaler Ebene für die kommunalen Versorger und gibt einen Überblick über den Vorbereitungsstatus der Anreizregulierung. Die Restrukturierungsmaßnahmen, die Stadtwerke wegen der regulatorischen Effizienzvorgaben und wegen des Kostendrucks einleiten müssen, stellt der Vorsitzende des Vorstandes der Stadtwerke Kiel AG, Stefan Grützmacher, vor.

In sechs parallelen Vortragsreihen werden unter anderem die Chancen der Stadtwerke als ökologische Strom- und Gasversorger, der Vertrieb von der Ausrichtung über die Preisgestaltung bis hin zum Prozessoptimierung, sowie Personalfragen und Kooperationsgestaltungen vorgestellt.

Über die weitere Rentabilität des Netzbetriebes für ein kommunales Unternehmens sprechen unter anderen die Geschäftsführer der Stadtwerke Leipzig und Solingen sowie der Netzgesellschaft Schwerin. Darüber hinaus werden die Stadtwerke Augsburg, Bamberg, Düsseldorf, Flensburg, Henningdorf, Herne, Ingolstadt, München, Munster, Remscheid, Rosenheim sowie Schwerte, Stockach, Trier und Wedel auf der etablierten Stadtwerke-Tagung von hochrangigen Repräsentanten vertreten sein.

Begleitet wird die Jahrestagung durch eine breite Fachausstellung, zu der rund 60 Aussteller erwartet werden. Die Veranstaltung findet vom 22. bis 24. April in Berlin statt.

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