Senkung der Emissionen

101 sächsische Betriebe beteiligen sich am Emissionshandel

101 sächsische Unternehmen beteiligen sich seit 1. Januar am Handel mit Kohlendioxidzertifikaten. Der Freistaat darf gemäß der Richtlinie im ersten Handelszeitraum von 2005 bis 2007 etwa 99 Millionen Tonnen Kohlendioxid ausstoßen, das ist deutschlandweit die viertgrößte Menge.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Dresden (ddp-lsc/sm) - Seit Inkrafttreten der EU-Richtlinie zum Emissionshandel am 1. Januar beteiligen sich in Sachsen 101 Unternehmen am Handel mit Zertifikaten zum Kohlendioxidausstoß. Mehr als die Hälfte der Industrieanlagen müssen nach Einschätzung des Dresdner Umweltministeriums zunächst vermutlich keine Maßnahmen zur Minderung ihres Kohlendioxidausstoßes ergreifen.

Grund sei, dass sich im Freistaat seit Anfang der 90er Jahre die Emissionen von Luftschadstoffen auf Grund des Einsatzes moderner Technologien bereits erheblich verringert hätten, teilte Umweltminister Stanislaw Tillich (CDU) gestern in Dresden mit.

Vom gesamtdeutschen Rückgang des Kohlendioxidausstoßes zwischen 1990 und 2000 in Höhe von rund 157 Millionen Tonnen entfielen laut Ministerium allein 72 Millionen Tonnen auf Sachsen. Dies entspricht einem Anteil von 46 Prozent. Gleichzeitig darf der Freistaat gemäß der Richtlinie im ersten Handelszeitraum von 2005 bis 2007 etwa 99 Millionen Tonnen Kohlendioxid ausstoßen. Dies ist die viertgrößte Menge im Vergleich mit den übrigen Bundesländern.

An der Spitze steht Nordrhein-Westfalen (655 Millionen Tonnen), gefolgt von Brandenburg (158 Millionen) und Niedersachsen (104 Millionen). Deutschlandweit dürfen die knapp 1850 betroffenen Industrieanlagen im genannten Zeitraum zusammen genommen nicht mehr als 1485 Millionen Tonnen Kohlendioxid ausstoßen.

Die EU-Richtlinie dient der Senkung des Schadstoffausstoßes. Unternehmen, die ein ihnen gesetztes Limit an Kohlendioxid-Emissionen überschreiten, können entweder zusätzliche Zertifikate von anderen Betrieben erwerben, die ihren Wert deutlich unterschreiten, oder sie müssen klimafreundliche Technologien anwenden. Überschreitet ein Unternehmen dagegen seine Kohlendioxid-Obergrenze, muss es für jede Tonne, die es ohne Zertifikat emittiert, Strafe zahlen.