Lagerbestände

100 Watt Glühlampe trotz Verbot weiterhin erhältlich

Trotz neuer Energievorschriften werden in der EU voraussichtlich noch monatelang 100-Watt-Glühlampen zu kaufen sein. Händler dürfen ab heute aber keine neuen Lampen beziehen. Die bereits in den Läden befindlichen Lampen dürften aber abverkauft werden, bekräftigte die EU-Kommission am Montag in Brüssel.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Brüssel (afp/red) - Ab dem heutigen 1. September dürfen die Händler keine klassischen 100-Watt-Lampen mehr beziehen, alle matten Glühbirnen sind von dem Verbot ebenfalls betroffen. Bis 2012 verschwinden schrittweise auch klare Glühbirnen mit 75, 60, 40 und 25 Watt sowie herkömmliche Halogenlampen mit geringer Energieausbeute vom Markt.

Energiesparlampen sparen 25 bis 50 Euro im Jahr

Der Ersatz durch energieeffizientere Lampen werde Haushalten je nach ihrer Größe und dem gewählten Lampentyp zwischen 25 und 50 Euro Einsparungen jährlich ermöglichen, erklärte die Kommission. Auch bei der Lichtqualität sieht die Behörde keine Probleme. Die sogenannten Energiesparlampen, effizienten Halogenlampen und Leuchtdioden könnten die herkömmlichen Glühbirnen in "nahezu 98 oder 99 Prozent" der Fälle gleichwertig ersetzen, sagte ein Kommissionsexperte. Für spezielle Anwendungen sind auch demnach weiterhin Glühlampen erlaubt, beispielsweise für Öfen oder in der Tierhaltung.

Keine Glühbirnen bei IKEA, Otto und Schwab

Laut einer Umfrage der Deutschen Umwelthilfe (DUH) unter 71 Handelsunternehmen ignorierten zahlreiche von ihnen das Verbot. Von den großen Unternehmen hätten lediglich der Möbelkonzern IKEA sowie die Versandhändler OTTO und Schwab erklärt, keine konventionelle Glühlampen mehr zu verkaufen. Die DUH hat im Internet nun eine "Schmuddelliste" veröffentlicht, auf der die Unternehmen gelistet seien, die bis zum letzten Tag ihre Lager mit 100-Watt-Birnen gefüllt haben.

Während bei herkömmlichen Glühbirnen der größte Teil der Energie als Wärmeenergie verloren geht, werden bei Energiesparlampen 80 Prozent weniger Strom verbraucht. Viele Verbraucher haben allerdings Vorbehalte gegen Energiesparlampen haben, etwa wegen des Preises oder der Art des Lichts, kam es in den vergangenen Wochen vielerorts zu Hamsterkäufen bei Glühbirnen.