Deutschland "Vize-Weltmeister"

100.000 Dächer-Programm: KfW hat Bewilligungen wieder aufgenommen

Der Bundesverband Solarindustrie macht darauf aufmerksam, dass die KfW wieder Bewilligungen für zinsgünstige Darlehen im 100.000 Dächer-Solarstrom-Programm verschickt. Dieses Jahr können etwa 20.000 Anlagen gefördert werden - doch das Limit ist bald erreicht. Die Solarindustrie appelliert, das Programm bis Jahresende fortzuführen.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Für Solarstrombegeisterte lohnt sich der Gang zum Briefkasten wieder: Seit dem gestrigen Montag verschickt die KfW wieder Bewilligungen für zinsgünstige Darlehen im 100.000 Dächer-Solarstrom-Programm. Darauf macht der Bundesverband Solarindustrie (BSi) aufmerksam. In den vergangenen Monaten war die Bearbeitung ins Stocken geraten, da das Finanzministerium die Mittel noch nicht freigegeben hatte.

100 Megawatt Solarstromanlagen - und damit etwa 20.000 Anlagen - können dieses Jahr gefördert werden, dann ist das Ziel im 100.000 Dächer-Programm erreicht. Der BSi rechnet damit, dass dieses Limit bald erreicht ist und appelliert an die Bundesregierung, das erfolgreiche Programm bis Ende des Jahres fortzusetzen.

"Das 100.000 Dächer-Programm ist ein riesiger Erfolg der Solarpolitik der Bundesregierung", so Olaf Fleck, Vorsitzender des Bundesverband Solarindustrie. Innerhalb von 4 Jahren seien alle Ziele erreicht worden, resümierte Fleck: "Die Nachfrage ist massiv angestiegen, die Kosten konnten deutlich um 20 Prozent gesenkt werden, in neuen Solarfabriken und im Handwerk sind mehrere Tausend Arbeitsplätze entstanden und Deutschland hat sich wieder einen Spitzenplatz im Photovoltaik-Weltmarkt zurückerobert". Deutschland liege augenblicklich mit 80 Megawatt (MW) installierter Photovoltaikleistung im vergangenen Jahr auf Platz zwei hinter Japan mit rund 140 MW.

Derzeit arbeitet die Bundesregierung an der Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Der Wegfall des 100.000 Dächer-Programms soll durch eine Anhebung der Einspeisevergütung für Solarstrom ausgeglichen werden. "Die Solarindustrie geht davon aus", so Gerhard Stryi-Hipp, Geschäftsführer des BSi, "dass die Kunden im kommenden Jahr nicht schlechter gestellt werden als bisher und dass sich die Bundesregierung für eine Fortsetzung des starken Marktwachstums der vergangenen Jahre einsetzt".

In diesem Jahr erwartet der BSi ein Umsatzplus von 25 Prozent auf 560 Millionen Euro und eine installierte Leistung von ca. 100 MW.